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Rotes Kreuz : „Lilo“ Martens: Ein DRK-Urgestein geht

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Seit 36 Jahren engagiert sich die 81-Jährige: Tausende Familien vereint, Tausende Blutspender betreut.

Neumünster | Schutzengel, Blumensträuße, selbst gemachte Marmelade, viele Umarmungen: Über Lieselotte Martens regnete es gestern förmlich liebe Wünsche und Präsente. Seit 36 Jahren engagiert sich die 81-Jährige beim DRK ehrenamtlich. „So lange hält es mancher nicht im Arbeitsleben aus“, kommentierte DRK-Vorstand Sven Lorenz launig diese Zeitspanne. Jetzt wurde „Lilo“, wie sie alle nennen, in den Ruhestand verabschiedet.

Lieselotte Martens hatte schon immer ein großes Herz: „Sie sind eine herzensgute und engagierte Person, Sie tragen das Deutsche Rote Kreuz im Herzen“, sagte Lorenz. Für die gebürtige Ostpreußin war es selbstverständlich, sich zu engagieren: „Ich war schon damals Blutspenderin“, erinnerte sie sich. Die Arbeit ihres Mannes Jürgen brachte sie von Hanerau-Hademarschen nach Neumünster; am 1. Mai 1980 fing sie beim DRK an. „Sie leben nach dem Motto ‚für andere da sein‘“, lobte Lorenz.

„Lilo“ engagierte sich in diversen Bereichen: „Sie haben über 2500 Anträge und Anfragen zur Familienzusammenführung bearbeitet, an 500 von Ihnen organisierten Blutspende-Termine haben Sie etwa 40  000 Blutspender erreicht, die mehr als 17  500 Liter Blut spendeten. Sie sind 13  370 Tage im Dienst“, nannte Lorenz ein paar Zahlen, die für erstauntes Raunen unter den Gästen sorgten. Außerdem lag ihr es besonders am Herzen, die fast ausgedünnte Gruppe der Besuchsfreunde wiederzubeleben – Menschen, die alte Menschen besuchen und so mit einem kleinen privaten Zeitgeschenk diese vor der Vereinsamung bewahren. Trotz heftiger Flugangst flog sie auch 1997 nach Kiew, um Tschernobyl-Kindern zu helfen; außerdem übernahm sie die Betreuung der Schwesternhelferkurse und organisierte die jährlichen DRK-Seniorenwochen, zählte Lorenz auf. Nachfolgerin von Lieselotte Martens ist DRK-Ehrenamtskoordinatorin Sabine Krebs.

Mit einer kleinen Feier würdigte das DRK diese lange Zeitspanne des Engagements. Kinder aus der „Dragomir“-Gruppe der DRK-Kita Nepomuk sangen allerliebst den Schnee herbei und ein Extra-Lied für „Lilo“. Sven Lorenz überreichte ein spezielles Bild, das Elisabeth Brockhausen, ebenfalls engagiert beim DRK, extra für sie gemalt hatte – es zeigte in lustiger Form alle ihre Tätigkeiten. Besonders ein verhutzelter Senior (als Symbol für die Besuchsfreunde) sorgte für reichlich Heiterkeit.

„Ich bin ganz gerührt, ich muss aufpassen, dass mir nicht die Tränen kommen“, gestand Lieselotte Martens in persönlichen Gesprächen. Und was kommt im Ruhestand? Im Holstein-Chor weiter singen auf jeden Fall, auch den Besuchsfreunden will sie treu bleiben. Als sie vor den Gästen dann zugab, „ab und zu gucke ich mal vorbei“, brachen die rund 50 Gäste im DRK-Haus an der Schützenstraße in fröhliches Gelächter aus – ein DRK in Neumünster ohne „Lilo“ konnten sie sich einfach(noch) nicht vorstellen.

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erstellt am 09.Dez.2016 | 08:00 Uhr

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