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Holsteinischer Courier

20. August 2017 | 04:45 Uhr

Wasbek : Liebevoller Empfang für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Familie Taher entkam aus den Kriegswirren in Syrien. In Wasbek hat sie ein neues Zuhause gefunden. Nachbarn helfen beim Start.

Wasbek | Der Tisch ist mit Obst, Gemüse, Tee und Kaffee gedeckt. Auf den Betten liegen Süßigkeiten und Kuscheltiere für die Kinder. Als jetzt in Wasbek die erste Flüchtlingsfamilie eintraf, wurde sie liebevoll mit einer kleinen Feier empfangen.

Badram Taher (47) ist mit seiner Ehefrau Hayat Chbli (45) und den drei Kindern Kawa (19), Sidra (11) sowie Bashar (10) gerade aus den Kriegswirren in Syrien geflohen. Die Familie ist froh, in Sicherheit zu sein.

„Deutschland ist ein fortschrittliches Land und wahrt die Menschenrechte. Deswegen suche ich mit meiner Frau und meinen drei Kindern hier den Schutz und Frieden, den es in unserer syrischen Heimat nicht mehr gibt. Dort ist Tod und Vertreibung zum Alltag geworden. Was wir erlebten, lässt sich nicht in Worte fassen. Einfach schrecklich“, sagt Badram Taher über Dolmetscher Ramzi Bilal.

Der syrische Kurde ist von Beruf Verwaltungsbeamter und mit seiner Familie seit dem 21. September in Deutschland. Zuerst waren sie in der zentralen Erstaufnahmestelle für Asylbewerber in Neumünster untergebracht. Jetzt konnte die Familie eine etwa 70 Quadratmeter große Haushälfte an der Lindenstraße in Wasbek beziehen.

Hausbesitzer ist Hans-Heinrich Doose. Er hatte den Wohnraum angeboten, als Bürgermeister Karl-Heinz Rohloff verstärkt nach Platz für Flüchtlinge gesucht hatte. Vom Kreis Rendsburg-Eckernförde wurden der Umlandgemeinde neun Flüchtlinge zugewiesen. Zwei Personen konnten bereits vorher untergebracht werden.

Die Tahers trauten ihren Augen kaum, als sie jetzt ihr neues Zuhause das erste Mal betraten. Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Badezimmer sind komplett eingerichtet. Beim Anblick der gemütlichen Räume verschlug es den Kriegsflüchtlingen erst einmal die Sprache.

Für den liebevollen Empfang hatten neben den Vermietern die Nachbarsfrauen Frieda Dombrowe (78) und Brigitte Kröger gesorgt. Während Brigitte Kröger wegen einer Erkrankung nicht an der kleinen Willkommensfeier teilnehmen konnte, versammelten sich die anderen Helfer fröhlich zur Begrüßung der syrischen Familie.

„Mir wurde schon mit neun Jahren bewusst, dass man Flüchtlingen helfen muss, wann immer man kann“, erklärt Frieda Dombrowe ihre Beweggründe: Vor Ende des Zweiten Weltkriegs wohnte sie als junges Mädchen mit ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern in einer Zwei-Zimmer-Wohnung mit Küche in Kellinghusen (Kreis Steinburg). „Ein Zimmer mussten wir für eine fünfköpfige Flüchtlingsfamilie aus Pommern zur Verfügung stellen. Es war alles so beengt damals“, berichtete Frieda Dombrowe. Sie will ihren neuen Nachbarn auch künftig hilfreich zur Seite stehen und der Familie die Arztpraxen, den Einkaufsladen, die Apotheke und das Gemeindezentrum mit dem Bürgerbüro zeigen. „Es ist gut, dass alle wichtigen Stationen zu Fuß erreichbar sind“, sagt sie. Besonders freut alle, das Familie Taher möglichst schnell Deutsch lernen will. „Das kriegen wir schon alles hin“, meinte die Rentnerin zuversichtlich.



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erstellt am 11.Okt.2014 | 06:15 Uhr

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