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Holsteinischer Courier

20. November 2017 | 12:56 Uhr

Ausstellung : Liebe in Zeiten der Holstenköste

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Tuch +Technik eröffnete seine neue Ausstellung „Verliebt in Neumünster“. Acht Paare haben eine besondere Beziehung zum Stadtfest.

shz.de von
erstellt am 13.Jun.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | „Verliebt in Neumünster.“ So lautet das Motto, mit dem Neumünster seine 888-Jahr-Feier begeht, und so heißt auch eine Ausstellung, die das Museum Tuch + Technik am Donnerstagabend vor 70 Besuchern eröffnete. „Da 888 kein herkömmliches Jubiläum ist, sondern eine Schnapszahl, sollte unser Beitrag zur Feier eine gute Portion Witz enthalten“, erklärte Astrid Frevert. „Die Doppeldeutigkeit des Mottos brachte uns auf die Idee, Leute ausfindig zu machen, deren Liebesgeschichte in enger Verbindung zur Holstenköste steht und die auch ein ,bisschen‘ verliebt in ihre Stadt sind“, sagte die Direktorin des Museum.

„Kann man verliebt sein in eine Stadt?“, fragte Simone Bremer. Die Pastorin der Vicelinkirche erklärte, worum es ihr als Mitglied der Arbeitsgruppe, die das Konzept der Ausstellung erarbeitet hatte, ging: „Wir waren uns von Anfang an einig, der Holstenköste eine Seele zu geben“, sagte Simone Bremer. Und deshalb stehe „Stadt“ auch nicht für große Gebäude und breite Straßen, sondern für die Menschen, die in ihr leben. „Verliebt bin ich in die Menschen dieser Stadt“, meinte Bremer. Deshalb sei es das Ziel der Ausstellung, die Menschen in den Fokus zu rücken. „,Die Liebe hält allem stand‘, das wusste bereits Paulus“, schloss die Pastorin ihre Rede.

Das gilt erst recht für Unwägbarkeiten am Hochzeitstermin; das wissen nun auch Svenja und Thomas Buroh. Das Ehepaar gehört zu den 16 Protagonisten der Ausstellung. Wie die anderen sieben Paare auch haben sich die Burohs Anfang des Jahres nach einem Aufruf im Museum gemeldet, um von ihrer Liebesgeschichte rund um die Holstenköste zu berichten. „Wir kennen uns seit der Schulzeit“, erzählte Thomas Buroh. Bei den beiden Klassenkameraden der Freiherr-vom-Stein-Schule funkte es 1986 während einer Ski-Freizeit. Elf Jahre später, Thomas wurde 30 und seine Freunde verdonnerten den Junggesellen zum Fegen der Rathaustreppe: Das war die Gelegenheit für Thomas Buroh. Mit dem Besen in der einen und einem Rosenstrauß in der anderen Hand macht er seiner Angebeteten einen Heiratsantrag. Bis zur Hochzeit sollten jetzt nicht noch einmal elf Jahre vergehen, und so einigte man sich auf den 12. Juni 1998 – nicht bedenkend, dass am zweiten Wochenende im Juni die Holstenköste stattfindet, der Großflecken für Autos gesperrt ist und folglich der geschmückte Brautwagen nicht vors Standesamt fahren kann. Kurzerhand wurde umdisponiert: Der Bräutigam zog seine Braut in einem Bollerwagen samt Dosenkette über den Großflecken, sehr zur Freude der Passanten. Auch den Eheleuten gefällt der Termin inzwischen gut: „Unseren Hochzeitstag können wir so fast jedes Jahr mit vielen Neumünsteranern auf der Köste feiern“, freuten sich die beiden.

Die ganze Geschichte der Burohs sowie die der anderen sieben Paare ist noch bis zum 4. Oktober auf Schautafeln im Museum nachzulesen. Komplettiert wird die Ausstellung durch Fotos und Erinnerungsstücke aus dem Privatbesitz der Paare.

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