Sicherheit in Neumünster : „Licht ist Sicherheit“

„Eine düstere Ecke“: Mehr Licht wünschen sich (von links) Monika Schmidt, Gabriele Fißmer, Gesa Freiberg, Jeannie Kubon und Ratsfrau Ilse Milkert beim Durchgang vom Waschpohl zur Lütjenstraße.
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„Eine düstere Ecke“: Mehr Licht wünschen sich (von links) Monika Schmidt, Gabriele Fißmer, Gesa Freiberg, Jeannie Kubon und Ratsfrau Ilse Milkert beim Durchgang vom Waschpohl zur Lütjenstraße.

Auch bei ihrem dritten Stadtrundgang stellen SPD-Frauen dunkle Ecken fest / Vorbild für andere Stadtteile

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02. März 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Schnell wurden Monika Schmidt und ihre Mitstreiter gestern fündig: Der Durchgang von der Lütjenstraße zum Waschpohl war eine der „Schummer“-Ecken, die sie bei ihrem Stadtrundgang bemängelten. „Das ist hier düster, der ganze Platz ist traurig“, war das Urteil der Vorsitzenden des Arbeitskreises Sozialdemokratischer Frauen. Es ist die dritte Aktion dieser Art, und immer mehr „Knackpunkte“ werden aufgelistet.

„Wir sind keine furchtsamen Typen, aber für viele Menschen ergibt sich an manchen Plätzen ein Gefühl der Unsicherheit. Mit unserer Aktion wollen wir Straßen und Plätze mit Sicherheitsmängeln aufzeigen. Das können mangelhafte Beleuchtung, unzureichende Hinweisschilder, schlechte Zugänglichkeit für Menschen mit Rollstuhl oder Mütter mit Kinderwagen sein“, erklärt Monika Schmidt. „Es geht uns um das Thema Sicherheit, und zwar nicht nur in Hinsicht auf Straftaten, sondern auch auf Trittfestigkeit. Licht ist bei diesem Thema Sicherheit. Es muss da nicht immer der große Wurf sein, sondern vielleicht helfen nur ein paar zusätzliche Laternen. Kleine Dinge können das Leben erleichtern und ein Stück Sicherheit geben“, so die AK-Vorsitzende. Ganz bewusst grenze sich der Arbeitskreis vom Begriff „Angst-Raum“ ab, der zurzeit in der Stadt Flensburg benutzt wird: „Den Ausdruck meinen wir auf keinen Fall.“

Beim Durchgang zum Waschpohl hatte Monika Schmidt einen konstruktiven Vorschlag: „In der leerstehenden Buchhandlung Lübbert könnten junge Künstler ausstellen. So gäbe es Publikumsverkehr.“

Auch die Brücke, die bei der Vicelinkirche und der ehemaligen Stadtbücherei über die Schwale führt, sollte besser beleuchtet werden, lautete ein weiterer Punkt. Alle „Schummer-Ecken“ und Verbesserungsvorschläge werden aufgelistet; bisher wurden die Bereiche Rencks Park, Teichufer, Bahnhof, Saldern-Haus/Haart, Boostedter Straße abgegangen. Als viel zu dunkle Bereiche fielen Rencks Park und der JVN-Parkplatz vis-á-vis des Saldern-Hauses auf.

Die aufgelisteten Punkte wurden an die zuständigen Stadtteilbeiräte weitergeleitet – und die Idee pflanzt sich in andere Stadtteile fort. So stellte der Frauentrupp am Baumschulenweg einen viel zu dunklen Weg gegenüber der Lebenshilfe Richtung Böckler-Schule fest. Hier finden sowohl Lebenshilfe-Mitarbeiter als auch Schüler manchmal nur noch mit Taschenlampe den Weg.

Das sei ein Anfang und alles sehr mühsam; die Mühlen mahlten zu langsam, finden die SPD-Frauen. Monika Schmidt: „Wir werden das an die Bauverwaltung und die SPD-Fraktion weitergeben und erwarten konkrete Taten und Veränderungen.“

Die Polizei hat das Thema im Blick: „Mit der Polizeistation Mitte sind wir nah am Bürger und können in der Innenstadt, im Park und Vicelinviertel mit Fußstreifen präsent sein, Stimmungen aufnehmen und Entwicklungen jeglicher Art frühzeitig erkennen und darauf reagieren“, betonte Polizeisprecher Rainer Wetzel.

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