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Holsteinischer Courier

22. August 2017 | 02:04 Uhr

Boostedt : Letzte Sitzung endet mit Eklat

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Marina Weber erhebt Vorwürfe gegen Carmen Eitner.

Boostedt | Unruhig verlief die Jahresabschlusssitzung der Boostedter Gemeindevertretung: Durch den Wegzug der parteilosen Gemeindevertreterin Carmen Eitner ändern sich einerseits die Mehrheitsverhältnisse in Boostedt. Außerdem warf Marina Weber (FWB) ihrer ehemaligen Parteikollegin Carmen Eitner Veruntreuung vor.

Marina Weber (FWB) sorgte mit ihrer Vermutung für Unverständnis und Empörung in der Runde: Sie meinte, Carmen Eitner habe Entschädigungsgelder für die ihr zustehende Kinderbetreuung während der Sitzungstermine falsch abgerechnet. Persönliche Angriffe seien in öffentlicher Sitzung fehl am Platz. Und schon gar nicht könne man solche schwerwiegenden Anschuldigungen einfach so auf den Tisch packen, hieß es aus den Reihen der Fraktionen. „Sie werfen ein unglaublich schlechtes Licht auf die Gemeindevertreter. Das ist einfach unanständig“, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Wolfgang Brückner dazu unter dem Beifall der rund 30 Besucher.

Bürgermeister Hartmut König (CDU) gebot dem Disput
schließlich Einhalt, indem er erklärte: „Ich empfehle Frau Eitner, dazu jetzt nichts zu sagen. Und
dabei sollten wir es belassen.“
 Der Leitende Verwaltungsbeamte Sven Plucas erläuterte gestern auf Anfrage, dass die Verwaltung, die von Marina Weber übergebenen Unterlagen zeitnah prüfen werde. „Ich gehe jedoch davon aus, dass die Abrechnungen korrekt waren, da jede Zahlung belegt und quittiert sein muss“, sagte er.

Da Carmen Eitner aus Boostedt wegziehen wird, ändern sich jetzt allerdings wieder die Mehrheitsverhältnisse in Boostedt. Bei der letzten Kommunalwahl war Carmen Eitner noch für die FWB angetreten und so in die Gemeindevertretung gekommen. Dann verließ Carmen Eitner die FWB und hatte sich im Sommer 2015 der CDU-Fraktion angeschlossen. Mit ihrem Wegzug geht der Sitz nun wieder zurück an die FWB. Damit liegen die Fraktionen der SPD und CDU mit jeweils acht Sitzen weider gleichauf. Diesem Umstand sehen jedoch sowohl die Christ- als auch die Sozialdemokraten gelassen entgegen. „Wir arbeiten alle konstruktiv auf demokratischer Basis. Deshalb wird sich gar nichts ändern“, erklärte Wolfgang Brückner.

Die FWB erlangt nun ihren Fraktionsstatus, für den es mindestens zwei Vertreter braucht, zurück. Dafür muss sich ein Nachrücker von der damaligen Kandidatenliste bereit erklären und den Sitz einnehmen. „Die Kandidaten werden jetzt in der Reihenfolge ihrer Wahlergebnisse dazu angefragt. Entweder wird der Sitz dann besetzt, ansonsten bleibt er vakant“, erklärte Sven Plucas. Marina Weber ging allerdings bereits nach der Sitzung davon aus, dass ihr Ehemann Ronald zukünftig an ihrer Seite in der Gemeindevertretung sitzen werde.  



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