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Schleswig-Holstein Musik-Festival : Letzte Proben vor dem großen Auftritt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Musiker, Techniker, Handwerker und das Putzteam – vor der Premiere der „West Side Story“ hatten alle Beteiligten gestern noch viel zu tun.

Neumünster | Es sollte der letzte künstlerische Feinschliff für die Musiker vor dem großen Auftritt werden. Doch erst einmal hatten gestern in der Holstenhalle 1 immer noch die Handwerker alle Hände voll zu tun. Die Aufführung der „West Side Story“ morgen Abend gilt als einer der Höhepunkte des Schleswig-Holstein Musik-Festivals (SHMF).

Dabei ist die kommende Aufführung alles andere als eine klassische Musical-Inszenierung. Stattdessen wird in Neumünster der zehnfach Oscar-prämierte Film auf einer 15 mal 8 Meter großen Leinwand gezeigt. Extra für diese Aufführung wurde der Film von 1961 äußerst aufwändig aufbereitet. Nicht nur, dass er jetzt in gestochen scharfer HD-Qualität gezeigt werden kann; die Musik von Leonard Bernstein wurde zudem aus dem Film herausgefiltert und wird nun stattdessen live und synchron zum Film vom SHMF-Orchester gespielt.

Bevor die Probe gestern starten konnten, begann der Vormittag mit einem größeren Durcheinander. Doch das störte die Profis – Handwerker, Techniker und Musiker – offenbar kaum. Sämtliche Instrumente wurden eingespielt und gestimmt. Techniker liefen auf und ab. Fernsehteams, die die Proben begleiteten, brachten ihre Kameras in Stellung, und zwischendurch liefen auch schon mal eine Putzfrau oder ein Handwerker durch die Szenerie.

Schließlich verstummten die Instrumente, und der amerikanische Dirigent David Newman bat die Musiker um Aufmerksamkeit. Drei Stunden lang probte das Orchester anschließend, um für die Aufführungen am Freitag- und am Sonnabendabend perfekt vorbereitet zu sein.

Zwei Projektoren werden dann den Film auf die Riesenleinwand mit jeweils 20 000 ANSI-Lumen (Einheit des Licht-stroms) projizieren. „Ein Beamer, den man im Elektronik-Markt kaufen kann, hat maximal 8000 ANSI-Lumen, und dafür bezahlt man schon sehr viel Geld“, erklärte Bernd Felgentreu, Videotechniker von der Hamburger Firma PRG, die während der Aufführung für die Technik verantwortlich ist. Die von den Hochleistungsprojektoren erzeugten Bilder werden übereinander gelegt, dadurch wird ein besonders helles Bild auf der Leinwand erzielt. „Zudem sind wir abgesichert, falls während der Aufführung ein Projektor ausfallen sollte“, so Felgentreu weiter.

Nahezu unsichtbar bewegte sich sein Kollege Sebastian Bode mit einem Laptop durch die Holstenhalle. Ab und an blieb er stehen und hantierte auf der Tastatur seines mobilen Computers, um die Arbeitsschritte anschließend an anderer Stelle zu wiederholen. „Wir haben 14 Kleinlautsprecher in der Halle verteilt und zudem noch mal zwölf spezielle Lautsprecher vorne, die ich alle separat per Laptop steuern kann. Ich stimme sie um Nuancen aufeinander ab, sodass wir in der gesamten Halle ein homogenes Klangbild erzielen“, erklärte der Fachmann.

>Am Freitag und am Sonnabend ist die „West Side Story“ jeweils ab 20 Uhr zu sehen. Es gibt noch Karten in allen Kategorien (zwischen 10 und 49 Euro, Courier-Kundenzentrum am Kuhberg 18, Tel. 946-2734; Konzertbüro Auch & Kneidl, Tel. 4 40 64 / www.shmf.de).



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erstellt am 14.Aug.2014 | 06:30 Uhr

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