Lernen aus der Religion des anderen

Für Juden zeugt die Thora von der Anwesenheit Gottes. Walter Joschua Pannbacker, Religionslehrer und Vorbeter im Landesverband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins, hält die Thora-Rolle daher sorgsam im Arm.
Für Juden zeugt die Thora von der Anwesenheit Gottes. Walter Joschua Pannbacker, Religionslehrer und Vorbeter im Landesverband der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins, hält die Thora-Rolle daher sorgsam im Arm.

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14. April 2016, 12:37 Uhr

Unter dem Motto „Fluchtpunkt Religion“ hatte die Nordkirche zu einem religionspädagogischen Fachtag für Pädagogen und interessierte Bürger geladen. 80 Gäste starteten den Tag mit einer Andacht im Saal des Anscharforums. Nach einem Vortrag über biblische und koranische Perspektiven zum Thema Flucht und Vertreibung verteilten sich die Besucher auf verschiedene Workshops. Norbert Koch, Studienleiter am Pädagogischen-Theologischen Institut der Nordkirche, bot eine Dialog- und Werteorientierung im Religionsunterricht der Grundschule an, Pastor Michael Bruhn stellte die Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Thora, Bibel und Koran vor.
„Dass Flüchtlingskinder unterschiedlichen Glaubens vermehrt in unsere Schulen kommen, hat natürlich auch Auswirkungen auf den Religionsunterricht“, sagte Pastorin Ursula Sieg, die die Fachtagung gemeinsam mit Pastorin Marion Hild organisiert hatte. „Allein unsere Handhabung der Bibel als einem profanen Buch ist Juden und Muslimen fremd. Für sie sind der Koran und die Thora heilige Schriften, die einen speziellen Umgang verlangen“, sagte Sieg. Damit ein gemeinsames Leben und Lernen gelingen könne, müsse man von den Lehren und Ritualen der jeweils anderen Religion wissen, so die Pastorin. Der Fachtag versteht sich als Impulsgeber für Toleranz und Offenheit.


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