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Zeitung in der Kindertagesstätte : Lehrreicher Tag auf dem Bauernhof

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Kinder der Ruthenberger Rasselbande beschäftigten sich während des Zikita-Projekts mit der Herkunft ihrer Lebensmittel.

von
erstellt am 28.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Neumünster | Immer wenn in der Evangelischen Kita Ruthenberger Rasselbande Zeit für das Projekt „Zeitung in der Kindertagesstätte“ (Zikita) ist, wählen der Leiter Dietrich Mohr und sein Team für die vier Wochen ein besonderes Thema. Diesmal befassten sich insbesondere die Vorschulkinder intensiv mit gesunder und nachhaltiger Ernährung aus der Region sowie dem Tierschutz. „Dafür nutzen wir die Zeitung als Informationsquelle“, so der Kita-Leiter.

Die aktuellen Themen liegen den Erziehern und Eltern zurzeit besonders am Herzen, denn in der Kita wurde zum Jahresbeginn das Frühstückskonzept geändert: Das Brot wird zwei Mal pro Woche von Erziehern, Eltern und Kindern selbst gebacken. Marmelade wird selbst gekocht. Den Honig liefert ein Imker aus Neumünster. Obst und Gemüse sowie Milchprodukte kommen aus der Region. Auch die Wurst stammt aus Neumünster – vom Hof Bühse.

Die 35 Mädchen und Jungen, die im Sommer in die Schule kommen und deshalb jeden Tag am Projekt teilnehmen durften, suchten in den vergangenen Wochen im Courier täglich nach Artikeln über Ernährung oder Tierhaltung. „Wir haben immer wieder Interessantes gefunden. Unter anderem waren einige Texte auf der Kinderseite“, erklärte Dietrich Mohr.

Gut vorbereitet ging es gestern zum Hof Bühse in Tungendorf. Auch Piet und Paula, die Stofffiguren des Zikita-Projekts, waren dabei. Außerdem hatten sich ein paar jüngere Kita-Kinder der Gruppe angeschlossen. Mit der Betriebsleiterin Silke Bühse machten die Kinder einen Rundgang über den Hof. Dabei lernten sie, dass die Tiere auf Stroh stehen und nur Medikamente bekommen, wenn sie wirklich krank sind. Ein vier Monate altes Kälbchen mit seiner Mutter wurde bewundert. Dann durften die Kinder in den großen Kuhstall gehen und lernten auch gleich, dass man dort nicht toben und schreien darf. „Sonst bekommen die Kühe Angst, sie kennen ja nur unsere Familie“, erläuterte Silke Bühse das richtige Verhalten.

In den Schweinestall konnten die Kleinen ebenfalls einen Blick werfen. Allerdings nur durch die Tür. Denn Schweine sind sehr schreckhaft, erfuhren die Kita-Kinder.

Was aus den Tieren einmal hergestellt wird, wussten die Kinder längst. Weil die frische Luft auf dem Bauernhof hungrig macht, hatte Familie Bühse im Hofladen für die kleinen Gäste den Tisch gedeckt. Mit großem Appetit ließen sich die Mädchen und Jungen die Wurstbrote, Obst und Gemüse sowie warmen Kakao schmecken. „Das ist doch die Wurst aus unserem Kindergarten“, bemerkte dabei manches Kind. Bei den Eltern kommt das neue Frühstückskonzept laut Dietrich Mohr übrigens gut an. Sie wären sogar bereit, etwas mehr dafür zu zahlen, doch im Moment sieht alles so aus, als würde das Frühstück direkt vom Erzeuger aus der Region sogar noch günstiger werden, freute sich der Kita-Leiter.

Kommentar: Erziehung zu mündigen Verbrauchern

Wo kommen meine  Lebensmittel her, und wie entstehen sie? Unter welchen Bedingungen leben die Tiere, deren Milch ich trinke,  deren Eier ich esse und deren Fleisch ich irgendwann auf dem Teller habe? Diesen Fragen widmeten sich die Kinder der Rasselbande  mit bewundernswerter Offenheit.  Für sie sind diese Themen  noch kein Politikum. Sie fühlen sich nicht genötigt, Vegetarier, Veganer oder militante Griller zu werden.  Stattdessen sind sie einfach nur an den Zusammenhängen interessiert. Und genau so ist die lehrreiche Aktion  der Rasselbande  auch gemeint:  Die Kinder sollen zu  mündigen Verbrauchern erzogen werden, die genau hinsehen und selbst in der Lage sind zu entscheiden, was sie konsumieren. Dieser Ansatz verdient Respekt.

 

 

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