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Lebendiger Geschichtsunterricht : Legionäre an der Klaus-Groth-Schule

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Besuch von der Legio XXI Rapax ließ die römische Kaiserzeit des 1. Jahrhunderts nach Christus wieder aufleben

von
erstellt am 05.Mär.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | „Silentium – sonst werdet ihr alle in die Sklaverei verkauft“ – der Ton von Unteroffizier Lucianus (Lukas Czerwinski, 40) war mitunter rau und locker. Aber die Uniform, die der Scharbeutzer trug, dürfte dem antiken Vorbild sehr nahe kommen. Gemeinsam mit seinem Fähnrich Cato alias Walter Dieckmann (53) aus Norderstedt ließ er gestern die Römerzeit an der Klaus-Groth-Schule lebendig werden.

Czerwinski, im Zivilberuf Historiker und Rettungssanitäter, und Polizist Dieckmann gehören zur Legio XXI Rapax. Das ist eine internationale Gemeinschaft Gleichgesinnter, die versuchen, möglichst authentisch den Alltag, das Aussehen, die Ausrüstung und die Traditionen und militärischen Fertigkeiten der römischen Legionäre im 1. Jahrhundert nach Christus nachzuempfinden.

Die beiden Legionäre erklärten den Gymnasiasten aus dem hohen Norden Germaniens nicht nur den Unterschied zwischen den römischen Legionen und den Hilfstruppen. Wer dort diente, dem winkte nach 25 oder 30 Jahren das römische Bürgerrecht. Und das war damals durchaus lukrativ. „Wir Römer haben das Staatswesen entwickelt, die Pax Romana, der römische Frieden, ging in die Geschichte ein“, sagte Optio Lucianus und bezeichnete die römischen Soldaten als die „Blauhelme der Antike“.

Heute gelten die Deutschen als Urlaubsnation. „Wer von euch war schon mal in Frankreich, Griechenland, in der Türkei, Spanien oder Ägypten?“, fragte Lucianus. Da gingen natürlich die Hände hoch. Alle diese Länder gehörten damals zum Imperium Romanum – und auch ein großer Teil Deutschlands war römisch. Welche Stadt sich hinter der römischen Colonia Claudia Ara Agrippinensium verbirgt, wussten die Klaus-Groth-Schüler natürlich. Es ist Köln – und die Stadt am Rhein verfügt noch heute über eine funktionierende römische Kanalisation.

„Marvin, was ist denn das für ein Name? Hast du ältere Brüder? Nein, dann heißt du jetzt der Erste – Primus.“ Bei der „Musterung“ neuer Rekruten unter den Schülern lernten diese eine Menge über den Alltag im Militär der römischen Kaiserzeit. „Das Schwert ist ganz schön schwer“, sagte Marvin John, nachdem er sich mit Schwert, Mantel, Helm und Schild Stück für Stück in einen römischen Legionär verwandelt hatte und dann noch exerzieren musste. „Die Idee ist, von Hollywood-Mythen wegzukommen und das Geschichtsbild wieder gerade zu rücken“, sagte Fähnrich Cato.

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