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Citymanagement : Leerstände sollen die Innenstadt nicht runterziehen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Arbeit von Citymanager Michael Keller soll auch nach 2015 fortgesetzt werden. Stadtmarketingverein steht zur weiteren Ko-Finanzierung.

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erstellt am 23.Jun.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | „Wir sind umgezogen“ heißt es beim leer stehenden Friseurgeschäft in 1a-Lage nahe der Lütjenstraße am Großflecken. Jeans Fritz im Kuhberg-Karree kündigt  zum Juli seinen Rückzug aus Neumünster an.   Für das frühere Sonnenstudio am Großflecken 44 hat sich seit Oktober noch kein Nachmieter gefunden. Zwar  sind Leerstände in der Innenstadt noch kein dramatisches Thema, doch wenn  Karstadt nach 125  Jahren in Neumünster sein Kaufhaus Ende Juni 2016 schließt, kann sich das schnell ändern. Stadtverwaltung und Ratsversammlung wollen frühzeitig gegensteuern. Das geht aus den Unterlagen für die städtischen Ausschüsse und die Ratssitzung am 14. Juli hervor.

Mit einem aktiven Leerstandsmanagement will die Stadt von vornherein verhindern, dass die Innenstadt in eine Abwärtsspirale aus Umsatzrückgängen und Attraktivitätsverlust gerät. Diese zusätzliche Aufgabe soll beim Citymanagement angesiedelt werden, das ebenfalls selbst auf neue Beine gestellt wird.

Nach fünf Jahren fällt aber zum Jahresende die Finanzspritze des Outlet-Betreibers McArthur Glen weg.  80000 Euro bekam die Stadt bislang vom DOC-Betreiber; weitere 40000 Euro steuerte  der Verein Stadtmarketing bei.  Die Ratsversammlung soll am 14. Juli beschließen,  dass das bei der Wirtschaftsagentur angesiedelte Citymanagement seine Arbeit zunächst bis Ende 2020 fortsetzt. Die 80000 Euro pro Jahr dafür stellt die Stadt bereit, die Mittel sind auch schon im Haushalt 2015/16 eingestellt.

Der Verein Stadtmarketing steht dazu, seinen Finanzierungsbeitrag  von 40000 Euro auch künftig beizusteuern. „Michael Keller hat gute Arbeit geleistet. Das ist professionelles Citymanagement“, sagte der Vereinsvorsitzende Matthias Neumann. Besonders erfreulich sei, dass der Anteil auswärtiger Besucher zunehme.

Dirk Iwersen als stellvertretender Vorsitzender im Beirat des Stadtmarketingvereins lobt „fünf Jahre Citymanagement als Erfolgsgeschichte“.  Mit ECE habe ein großer Spieler signalisiert, im Stadtmarketingverein und Beirat  aktiv mitzuwirken.  Was der Citymanager auf die Beine gestellt habe, könne sich sehen lassen. Iwersen nannte die  Organisation der verkaufsoffenen Sonntage, die Nasch-, Stoff- und Weinköste, neue Werbeartikel oder auch die Neumünster-App. Das Geld der Stadt sei  gut angelegt. „Für Neumünster ist das ein Mehrwert“, sagte Iwersen.

Für das aktive Leerstandsmanagement ist in der Rats-Vorlage ein jährlicher Etat von  50000 Euro genannt. Das Konzept sieht für Interessenten feste Ansprechpartner bei Verwaltung und Wirtschaftsagentur  vor. Letztere soll in Zusammenarbeit mit der IHK auch über Förderprogramme für Unternehmensansiedlungen informieren.

Weitere Vorschläge sind der Aufbau einer Datenbank mit leer stehenden Gewerbeobjekten und eine Standortanalyse. Als wichtige Kennzahlen für eine Erhebung nennt das Konzept den Mietspiegel, die Kaufkraft, Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung, Verkaufsflächen oder eine Übersicht über die Verkaufslagen. Das Stadtbild solle optisch aufgewertet werden, leer stehende Schaufenster einheitlich präsentiert werden. Kurzfristig sei auch eine Überlassung an Bürgergruppen für soziale oder kulturelle Nutzungen denkbar.

 

 

 

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