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Prozess gegen Hundezüchter : Laute Debatten im Gerichtssaal

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bei der Befragung von Zeugen wurde um jedes Detail gerungen, oft auch lautstark gestritten.

Neumünster | Im Prozess gegen ein Hundezüchterpaar (44 und 60) aus Padenstedt bleibt der Ton im Gerichtssaal zum Teil scharf. Gestern stand die Befragung von Zeugen, die einst an einer Durchsuchung des Hofes der Angeklagten beteiligt waren, im Vordergrund. Dabei wurde um jedes Detail gerungen, oft auch lautstark gestritten.

Seit Anfang Februar muss sich das Paar vor dem Schöffengericht verantworten. Laut Anklage sollen die Züchter „von 2011 bis 2014 mit an Hüft- und Ellenbogendysplasie (HD und ED) erkrankten Elterntieren gezüchtet haben, obwohl ihnen die Erkrankung bekannt gewesen sein soll. Die chronische Hüft- beziehungsweise Ellenbogendysplasie behindert die Tiere lebenslang in ihren Bewegungsabläufen (der Courier berichtete).

Nach mehreren – zum Teil auch anonymen – Hinweisen wurde das Gelände des Paares im Juli 2014 durchsucht. Mit dabei waren neben der Staatsanwaltschaft auch Vertreter des Kreises Rendsburg-Eckernförde, unter anderem auch ein Amtstierarzt. Er wurde gestern den ganzen Vormittag lang zu den einzelnen Abläufen befragt.

Den ersten Kontakt zu dem Züchterpaar hatte der Veterinär demnach im Jahr 2009, nachdem eine Hundebesitzerin ihm von ihrem kranken Welpen aus der Zucht berichtet hatte. „Da war alles in Ordnung. Für die Vielzahl an Tieren herrschte ein sehr guter hygienischer Zustand. Pflege und Ernährung waren gut. Ich war relativ beeindruckt“, so der Zeuge. In den kommenden Jahren erhielt der Tierarzt dann weitere Hinweise auf hüftkranke Labradore aus der Zucht. Schließlich wandte er sich an die Staatsanwaltschaft. Als ihm noch zugetragen wurde, dass irgendwo auf dem Gelände möglicherweise illegale Welpen aus dem Ausland versteckt gehalten und als Eigenzucht verkauft würden, wurde wenig später durchsucht.

Hoch her ging es im Gerichtssaal, als unter anderem über die Entnahme der Speichel- und Haarproben sowie die Röntgenuntersuchung der Hunde gesprochen wurde. Hier sah die Verteidigung fachliche Fehler. Auch der Zeitpunkt der Durchsuchung wurde Gegenstand eines längeren Wortgefechts. Ein Verteidiger bemängelte zum Beispiel, dass das Veterinäramt einst erst nach Jahren tätig geworden sei, was der Zeuge vehement bestritt. Immerhin hätte er die Informationen immer zeitnah an die bereits ermittelnde Staatsanwaltschaft weitergeleitet, hieß es.

Ein Anwalt wurde bei seinen Anmerkungen wiederholt laut, fiel der Staatsanwältin ins Wort und musste von der Richterin zur Ordnung gerufen werden – zumal er dem Zeugen keine Fragen stellte, sondern eher dozierte. „Sie können später ihre Fragen loswerden und nach der Vernehmung Erklärungen abgeben“, stellte die Richterin klar. Der Prozess wird fortgesetzt.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 11:00 Uhr

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