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Robert Habeck : Launige Lesung ohne Berührungsängste

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Umweltminister Dr. Robert Habeck las im ausverkauften Energieeffizienz-Zentrum vor 80 Zuhörern aus seinem Buch „Wer wagt, beginnt“.

Neumünster | Dr. Robert Habeck ist nicht nur grüner Umweltminister, sondern auch Doktor der Philosophie und Schriftsteller. Eine Kostprobe aller drei Betätigungsfelder gab er am Freitagabend gut 80 Besuchern bei einer Lesung im ausverkauften SHeff-Z (Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrum) an den Holstenhallen.

Habeck las Ausschnitte aus seinem Buch „Wer wagt, beginnt“ und verband seine Wahrnehmungen des politischen Betriebs mit persönlichen Betrachtungen. Humorvoll, locker und ohne eine Aura der erhabenen Distanz parlierte der stellvertretende Ministerpräsident mit dem aufgeschlossenen Publikum. „Macht wird kleiner, je näher man ihr kommt. Der Politiker ist ein Scheinwesen, das schrumpft, wenn man sich ihm nähert“, schilderte er seine Erfahrungen mit der politischen Führungselite.

So wirkte auch er wie ein Politiker ohne Berührungsängste: Er stand beim Vorlesen, lachte viel und legte das Buch für spontane Anekdoten zur Seite. Die Zuhörer erfuhren etwas über seinen prallen Terminkalender, der von anderen geführt wird und der regelmäßig von einer Kohorte von Leuten, einschließlich des Landeskriminalamtes, geprüft wird. Sie erfuhren von langen Arbeitstagen – „mehr als 13 Stunden sind nicht selten“ und von Terminen, die immer in Begleitung von ein bis drei Mitarbeitern stattfinden. „Es ist irritierend, wenn man angerufen wird, und einem gesagt wird, wo man sich gerade befindet“, gab Habeck zu.

In den Lesepausen konnten die Besucher Fragen stellen. „Kaufen Sie eigentlich noch selbst ein, um die Bodenhaftung nicht zu verlieren?“, wollte ein Zuhörer wissen. Die Antwort des studierten Philosophen: „Ja, das tue ich. Und ich genieße es, genauso wie das Rasenmähen, Unkraut kratzen und Abwaschen. Darauf freue ich mich, denn es erdet mich. Seitdem meine Frau durchgesetzt hat, den Geschirrspüler abzuschaffen, waschen wir alle gemeinsam ab. Manchmal sind dann noch die Freundinnen meiner Jungs dabei und aus dem Abwasch wird eine Party.“ Eine andere Frage zielte darauf, ob er bereit wäre, ein anderes Ministerium zu übernehmen. „Ich bin wirklich sehr, sehr dankbar für diesen Job. Ich sehe mich als Übersetzer zwischen Verwaltung und den Themen, die Menschen umtreiben. Ich würde ein anderes Ministerium übernehmen“, sagte er.

Valeska Makowitz (38) aus Langwedel war extra wegen des sympathischen Ministers zur Lesung gekommen. „Ich mag ihn und finde ihn inspirierend. Mir gefällt sein Verhandlungsgeschick. Über ihn bin ich auch auf die grüne Politik aufmerksam geworden, habe Sitzungen der Grünen besucht und werde wohl bald der Partei beitreten“, sagte sie.

Mit der Lesung machte der Energieminister den Auftakt der Reihe „Thementage“, an denen in diesem Jahr noch drei lokale Prominente Lesungen geben werden. Die nächste Lesestunde im Passivhaus an der Justus-von Liebig-Straße 4a findet am 5. Mai um 19 Uhr mit Sabine Kaack statt. Der Courier ist Partner der Thementage.

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