Irrfahrt auf der A7 : Lasterfahrer schlingerte über alle Fahrstreifen

Erst auf der A215 konnten Beamte der Autobahnpolizei den Laster überholen und stoppen.
Erst auf der A215 konnten Beamte der Autobahnpolizei den Laster überholen und stoppen.

Polizei stoppte verwirrten 36-Jährigen erst am Lenkrad seines Lkw, etwas später dann in seinem Fahrzeug auf dem Weg nach Hause.

shz.de von
06. Mai 2015, 05:00 Uhr

Neumünster | Spektakuläre Irrfahrt durch ganz Mittelholstein: Unter dem Einfluss von starken Medikamenten ist am Montagmittag ein 36-jähriger Fahrer einer Spedition aus Neumünster mit seinem Sattelschlepper über die A  7 geschlingert. Er beschädigte in Richtung Hamburg fahrend bei Großenaspe die Mittelleitplanke auf mehreren hundert Metern und verursachte dabei einen Schaden von rund 15  000 Euro. Offenbar an der Abfahrt Bad Bramstedt wechselte er die Richtung und fuhr mit seinem 40-Tonner nach Auskunft der Polizei „unter Ausnutzung der gesamten Fahrbahnbreite mit einer Geschwindigkeit von rund 80 Stundenkilometern“ zurück Richtung Norden. Dabei verpasste er allerdings die drei Neumünsteraner Ausfahrten. Erst auf der A  215 Richtung Kiel, kurz vor Sören, schaffte es ein Streifenwagen der Autobahnpolizei, den Laster zu überholen und die Irrfahrt des Mannes aus Wilster (Kreis Steinburg) zu stoppen – zunächst einmal.

„Nur durch das aufmerksame und umsichtige Verhalten von mehreren anderen Autofahrern, die mit Warnblinklicht auf den Laster aufmerksam machten, kam es zu keinem Unfall“, sagt Polizeisprecher Rainer Wetzel. Er sagte gestern, es sei „ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist. Der Mann war völlig übermüdet und orientierungslos.“ Die Beamten beschlagnahmten vor Ort seinen Führerschein, nahmen ihn mit zum Revier und übergaben ihn dort in die Obhut eines Bekannten. Den Laster holte ein Kollege von der Autobahn.

Doch damit war der Fall noch nicht abgeschlossen. Gegen 15 Uhr meldeten sich erneut Autofahrer, diesmal von der Bundesstraße 430 Richtung Hohenwestedt. Dort fahre ein Auto Schlangenlinien. In Höhe Grauel trafen die Polizisten dann erneut auf den 36-Jährigen, der auf dem Heimweg nach Wilster war. Um weitere Gefahren zu vermeiden, wurde er diesmal in Gewahrsam genommen und zur Blutprobe nach Rendsburg gebracht. Sein Auto blieb am Straßenrand.

Der Mann muss sich nun wegen Gefährdung des Straßenverkehrs, Unfallflucht, Fahren ohne Fahrerlaubnis und unter Einfluss von Medikamenten verantworten.

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