Lars Duppler beeindruckt als Solo-Jazzer am Flügel

Mit vorwiegend eigenen Solo-Pianostücken aus seinem fünften Album „Naked“ überzeugte Lars Duppler die Neumünsteraner Jazzfreunde.
Mit vorwiegend eigenen Solo-Pianostücken aus seinem fünften Album „Naked“ überzeugte Lars Duppler die Neumünsteraner Jazzfreunde.

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28. Oktober 2018, 14:40 Uhr

Es ist bereits das vierte Gastspiel, das der gebürtige Flensburger Lars Duppler in Neumünster gab – unter anderem bei „Jazz im Park“ und zum Kunstflecken – aber bisher immer mit anderen Musikern und großen Stars wie Tom Gäbel oder Keith Copland. Am Freitagabend saß er in der Bücherei ganz allein am Flügel und stellte sein Solo-Projekt „Naked“ vor.

Mit den Worten „Ich wollte ihn unbedingt haben“ vergab Jazzclub-Vorsitzender Ralf Johannsen zur Begrüßung der 65 Gäste schon mal Vorschuss-Lorbeeren. Nicht zu unrecht: Duppler beeindruckte mit seinen eigenen Pianostücken in Tiefe und unaufdringlicher, enormer Klangfülle. „Naked“ bedeute für ihn „auf mein eigenes pures Spiel zurückgeworfen zu sein“. Sein abwechslungsreicher Klangkosmos mit diversen Strömungen und Spannungsbögen von romantisch bis modern-poppig faszinierte und überraschte immer wieder. Seine eigene Produktion, die in Island – der Heimat seiner Mutter – entstand, spiegelte das Donnern der gigantischen Wasserfälle und zugleich die verzaubernde, mystische Stille dieser Insel wider. Für die stillen Momente bediente er sich einer besonderen Technik, indem er den Fuß auf einem Pedal ließ und so die Töne nachklingen ließ.

Duppler schöpft seine jazzigen Ideen aus verschiedensten musikalischen Richtungen und Geografien. Er hört beispielsweise Komponisten der Spätromantik, um sich bestimmte Akkorde oder Harmonien anzueignen.

Mit „Duke Ellington“ oder „My Fabel Singers“ waren Klassiker des Jazz und des Broadways genauso im Programm wie der Jazz eines Paul Blei oder John Taylor sowie poppige und rockige Titel. Erfrischend auch, wie er mit humorigen Ansagen über seine Arbeit sprach.

Mit herzlichem Beifall, der in rhythmisches Klatschen überging, erreichten die Zuhörer eine Zugabe.

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