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Arbeitsmarkt : Langzeitarbeitslosigkeit sank deutlich

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hartz IV kostete 2015 rund 49 Millionen Euro. Vier von fünf Arbeitslosen werden vom Jobcenter betreut. Stadt sparte bei Wohnungskosten

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erstellt am 28.Jan.2016 | 07:00 Uhr

Neumünster | Für die Integrationsleistung wurde Neumünster schon im vergangenen Jahr als bestes Jobcenter der Republik ausgezeichnet. Und diese Quote konnte nochmals gesteigert werden. Mehr als 2200 Menschen konnten die Mitarbeiter an der Friedrichstraße in Arbeit oder Ausbildung vermitteln – ein Plus von mehr als 12 Prozent.

Kein Wunder, dass Jobcenter-Chef Thorsten Hippe und sein Stellvertreter Rolf Scheil gestern ein zufriedenes Fazit zogen. Eine Trendwende gab es auch bei den Langzeitarbeitslosen, die durchgehend länger als ein Jahr ohne Job waren. Ihre Zahl betrug im Dezember 2015 knapp 1500, ein Minus von fast 9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Erstmals seit 2013 ging auch die Zahl der Haushalte und Personen, die von Hartz IV leben, zurück. Im September – neuere Werte gibt es noch nicht – waren es 5540 Bedarfsgemeinschaften mit 10  630 Personen. Ein Jahr zuvor waren es noch 5690 Hartz-IV-Familien oder knapp 10  800 Neumünsteraner.

Die Hartz-IV-Regelsätze wurden 2015 erhöht und an die Preissteigerungen angepasst. Das Jobcenter zahlte deshalb mit 26,53 Millionen Euro mehr Leistungen zum Lebensunterhalt aus Bundesmitteln aus. Die Stadt, die (anteilig) die Wohnungskosten trägt, profitierte jedoch. Nach 22,66 Millionen Euro 2014 kostete das im vergangenen Jahr 22,51 Millionen Euro. „Die Stadt profitiert unmittelbar davon, dass wir als Jobcenter mehr Menschen aus Hartz IV und in Arbeit gebracht haben“, sagte Hippe. Ablesbar ist das auch an der Arbeitslosenquote, die erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder einen einstelligen Prozentwert erreichte und im Dezember bei 9,6 Prozent lag. Im Dezember 2014 lag die Quote noch bei 10,4 Prozent. Allerdings beziehen immer noch vier von fünf Arbeitslosen Hartz IV.

Stolz ist das Jobcenter auf die geringe Widerspruchsquote gegen ihre Bescheide und die kurzen Bearbeitungszeiten. „Der Richtwert des Bundes liegt bei 14 Tagen, wir schaffen das in gut sechs“, sagte Rolf Scheil: „Je schneller unsere Kunden ihr Geld haben, umso freier ist der Kopf für die Aufnahme von Arbeit.“

Gut angelaufen seien die Programme für Langzeitarbeitslose wie „Arbeiten und Leben in Neumünster“. Bei der schon etwas länger laufenden „Beschäftigungsoffensive“ habe man die Zahl der Integrationen gegenüber 2014 auf 163 sogar glatt verdoppeln können. „Die Instrumente für eine passgenaue Vermittlung werden immer besser“, sagte Hippe und nannte auch das Projekt „Kurswechsel“, das durch eine intensive Betreuung ein Abrutschen in den Langzeitbezug von Hartz IV verhindern soll. 2016 steht im Jobcenter unter der großen Überschrift Aktivzentrum. Alle Aktivitäten zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit werden gebündelt. Die genannten Projekte, aber auch die Alleinerziehendenberatung und das Projekt „50 plus“ rücken in einer Etage eng zusammen. „Nachbar“ auf Seite 9



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