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Holsteinischer Courier

21. Oktober 2017 | 10:48 Uhr

Überschwemmung : Landunter im Krötentunnel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Naturschutzbehörde: Keine Fehlplanung, wir beobachten die Lage / So lange noch Röhren im Trockenen liegen, gibt es keine Probleme

shz.de von
erstellt am 23.Feb.2016 | 09:30 Uhr

Neumünster | Spaziergänger und Tierschützer am Prehnsfelder Weg machen sich Sorgen: An dem Straßenstück mit den neuen Krötentunneln herrscht Landunter, der Acker gleicht nach den wochenlangen Regengüssen einem kleinen See. Können Kröten überhaupt dort durch die Röhren? Können sie wandern?

„Kröten schwimmen auch, aber sie würden eher ums Wasser herum wandern. Es muss etwas passieren“, sagt Anja Schubring, Sachbearbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde. Sie schaute erst gestern Morgen dort vorbei. „Bisher habe ich keine Tiere gesichtet. Die Faustregel sagt, dass die Kröten dann wandern, wenn es abends etwa 8 bis 10 Grad und feucht ist. Man kann nur hoffen, dass es noch ein paar Tage kalt und trocken ist“, sagt sie.

Denn zum wiederholten Mal hat das Wetter die Baumaßnahmen gestoppt. Seit November 2015 wird an den Tunneln gearbeitet; sie sollten ursprünglich im Dezember fertig sein (der Courier berichtete). „Im Frühjahr sind die Grundwasserstände generell hoch, aber dieses Jahr haben wir in Schleswig-Holstein 70 Prozent mehr Niederschlag, das sind schon sehr hohe Wasserstände, eine Extremsituation. Daher ruhen die Bauarbeiten. Aber wir machen uns keine Sorgen, denn beim Hahnknüll liegt die Röhre 1,5 Meter höher als die anderen weiter Richtung Gartenstadt“, sagt Thomas Zang, Planer und Bauleiter der Abteilung Grünflächen. Er verneint, dass es sich um eine Fehlplanung handelt.

Er fährt regelmäßig dorthin, dokumentiert den Wasserstand. „Wir haben einen Vor-Ort-Termin mit der Firma, die die Tunnel baut. Was noch gemacht werden muss, sind die Leiteinrichtungen, die auf der Tierparkseite schon fertig sind.“ Die Leiteinrichtungen sind die schlauchartigen Wege und Wände, die die Tiere zu den Röhren leiten. Zang sieht die Lage trotz der Überschwemmung als unproblematisch: „Die Röhre beim Hahnknüll war auch vorher die Stelle, die am meisten frequentiert wurde, und die liegt im Trockenen. Wir gehen davon aus, dass die Kröten nicht durch das Wasser zu den überfluteten Röhren schwimmen, sondern auf die anderen Röhren ausweichen.“ In den Wiesen um den Hahnknüll lebt Neumünsters größte Erdkröten-Population, die ihre angestammten Laichgewässer im Tierpark haben. Obwohl man die Kröten in Eimern eingesammelt hat, wurden viele Tiere durch Autos überfahren. Die Baumaßnahme mit den acht Röhren kostet 140 000 Euro.

Was muss außer den Leitwänden noch gemacht werden und was ist, wenn die Kröten jetzt loswandern? „Wir müssen dort höchstens ein paar Schubkarren Erde vor die Röhren kippen, damit die Tiere die Ausgänge problemlos erreichen.“ Denn noch nicht alle Röhren liegen richtig ebenerdig. Zang: „Wir warten, bis der Wasserstand gesunken ist. Falls die Tiere dann wandern, werden wir nicht bauen können, sondern wie vorher die provisorischen Zäune aufstellen, die sie zu den Röhren hinführen. Wir werden das weiter beobachten.“

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