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Landtagspräsident: Auf das Willkommen muss jetzt die Integration folgen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Landtagspräsident Klaus Schlie hat gestern begleitet von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras und Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger die zentrale Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge am Haart besucht. Der Landtagspräsident nutzte die mehrstündige Führung durch die Einrichtung, sich bei allen ehrenamtlichen Helfern und hauptamtlichen Kräften zu bedanken, die in der Stadt und in der Aufnahmestelle trotz der enormen Belastung durch die Überbelegung für einen geordneten und reibungslosen Ablauf in der Unterkunft sorgen. Die Stadt sei derzeit in besonderem Maße gefordert, das werde im Land dankbar registriert, sagte Schlie. Gleichzeitig mahnte er, der großartigen Willkommenskultur jetzt eine „Kultur der Selbstverständlichkeit“ folgen zu lassen und die großen Herausforderungen der Integration anzupacken. Dabei sei auch Neumünster erneut gefordert, sagte Schlie.

Wegen der dramatischen Zunahme der Flüchtlinge wird das Land die Zuweisungsregeln für Flüchtlinge voraussichtlich anpassen. Als Sitz der zentralen Aufnahmestelle wurden Neumünster bislang keine weiteren Flüchtlinge zur dezentralen Unterbringe zugewiesen. Diese Sonderstellung könnte jetzt fallen (der Courier berichtete). Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras appellierte gestern an das Land, als Voraussetzung für die dezentrale Unterbringung aber zunächst die dramatische Überbelegung am Haart auf „ein vernünftiges Maß“ zurückzufahren.

Für ihr beispielhaftes Engagement bei der Flüchtlingsaufnahme zeichnete der Landtagspräsident vier Neumünsteraner mit einem Silberteller des Landes aus:

>Susanna Mausolf, Lehrerin an der Gemeinschaftsschule Brachenfeld erhielt die Auszeichnung für ihre treibende Rolle im Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Bereits vor der Einrichtung der Schulturnhalle als vorübergehende Notunterkunft hatte sie dort Flüchtlinge unterrichtet. In den Wochen, in denen dort Flüchtlinge untergebracht waren, hatte sie sich mit ihrer AG besonders engagiert um die Menschen gekümmert.

>Jan Eisfeldt nahm die Ehrung stellvertretend für alle Helfer des THW entgegen, die bei der Einrichtung des Notquartiers in der Schule geholfen und die Menschen ehrenamtlich betreut haben.

>Thomas Dettmann von der Freiwilligen Feuerwehr Tungendorf- Stadt hatte den Rückbau der Notunterkunft maßgeblich organisiert und gesteuert.

>Sadik Qasimi war 2012 selbst aus Afghanistan geflohen. Aus Dankbarkeit für seine Aufnahme arbeitete er seit Februar dieses Jahres ehrenamtlich als Dolmetscher in der zentralen Aufnahmestelle. Seit 1. September gehört er zum festen Betreuungsteam des DRK, dolmetscht, gibt Sprachkurse und leistet Hilfestellung bei der Integration der Neuankommenden.

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erstellt am 23.Sep.2015 | 16:49 Uhr

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