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Debatte im Kiek In : Landtagskandidaten fehlte der Pfiff

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Gewerkschaft Verdi fühlte den Neumünsteraner Direktkandidaten auf den Zahn / Viele Besucher waren am Ende etwas enttäuscht

Neumünster | Zu einer Podiumsdiskussion lud die Gewerkschaft Verdi Südholstein die Neumünsteraner Direktkandidaten für die Landtagswahl am 7. Mai am Donnerstagabend ins Kiek In ein. Verdi-Geschäftsführerin Almut Auerbach betonte bei ihrer Begrüßung, dass alle demokratischen Parteien dabei sind. Rund einhundert Gäste verfolgten das Rededuell, das Udo Carstens vom Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag moderierte.

Zur Überraschung der Gäste vertrat Thomas Michaelis, Mitglied im CDU-Kreisvorstand, den Spitzenkandidat Wolf Rüdiger Fehrs, der andere Termine hatte. Mit dabei waren außerdem Kirsten Eickhoff-Weber (SPD), Aminata Touré (Grüne), Peter Janetzky (FDP), Cord Böge (Piraten) und Dr. Heiner Wadle (Linke).

Zu Beginn stellte Carstens jedem eine spezielle Frage. Hat die SPD die Eisenbahn in Neumünster links liegen lassen? Eickhoff-Weber widersprach. Sie sei überzeugt, dass mit neuen Antrieben die Perspektive zu sichern sei. Bei G8 oder G9 ging Michaelis davon aus, dass die Jugend Zeit brauche, daher sei er für G9. Touré meinte, die Schulen wollten keine Strukturdebatte, sondern sich um Qualität kümmern. Janetzky wetterte gegen das Tariftreuegesetz und die Gewerkschaftsinitiative „Gute Arbeit“. Das seien „administrative Monster“. Wadle bezeichnete die Digitalisierung als „ziemlich dramatisch“, deshalb sei rechtzeitig in Bildung zu investieren, mahnte er. Böge zeigte sich mit der Arbeit der Piraten in den vergangenen fünf Jahren in der Opposition zufrieden.

Als dann Carstens die Kandidaten aufforderte, sich kritisch zu Aussagen der Kontrahenten zu äußern, kam weniger Kritik, mehr eigene Wahlaussagen. Eickhoff-Weber wandte gegen Janetzky ein, dass es ohne Tariftreue und Mindestlohn nicht gehe. Der Markt richte nicht alles. Streit kam auf, als es um die Breitbandversorgung im Land und in der Stadt ging. Michaelis meinte: „Ohne Breitband keine Produktivität.“ Für die Piraten ist der Norden bei diesem Thema „Entwicklungsland“, für die SPD sind dagegen „bereits 70 Prozent geschafft“.

Das Thema sozialer Wohnungsbau nahm einen breiten Raum ein. Während Michaelis meinte, das Problem sei in Neumünster noch nicht akut, plädierten SPD, Grüne, Linke und Piraten für eine sinnvolle Sanierung. Janetzkys Vorschlag für mehr private Investoren im sozialen Wohnungsbau lehnten alle anderen ab. Eickhoff-Weber machte darauf aufmerksam, dass in Neumünster manches nicht mehr zu sanieren sei. Touré plädierte für neue Wohnformen wie Integrationshäuser.

Auf die Frage eines Zuhörers, woher das Geld für die versprochenen Investitionen kommen soll, ging es plötzlich fast nur noch um die HSH Nordbank. Das war für viele nicht einsichtig. Auf eine weitere Frage, wofür sich die Kandidaten als erstes einsetzen, wenn sie gewählt würden, standen Bildung, Schulsanierung, Ausbau der A20 und mehr Polizeipräsenz quer durch alle Parteien im Vordergrund. Insgesamt meinten viele Besucher, dass brennende Probleme in Neumünster nicht oder ungenügend diskutiert wurden.

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