zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

17. August 2017 | 00:20 Uhr

Kommentar : Landsmannschaft Neumünster

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Kommentar unseres Redaktionsleiters Thorsten Geil zum Tag der Charta der Heimatvertriebenen

Wann immer sich Vertriebenenverbände zu Wort melden, geht bei vielen Menschen reflexhaft eine Lampe an, besonders ausgeprägt in Internetforen: „Alles Revanchisten und ewig Gestrige!“ Das ist dumm, weil es falsch ist.

Folgendes Gedankenspiel könnte helfen: Im August 2014 verliert Schleswig-Holstein den Krieg; von der Nord- bis zur Ostsee ist das ganze schöne Land von X-Land erobert. Die Neumünsteraner, Kieler und Ostholsteiner müssen fliehen; erst in Schweden, Bayern oder Frankreich sind sie sicher und werden aufgenommen. Sie lassen sich dort nieder, integrieren sich, ziehen ihre Kinder groß, werden langsam heimisch. Zurück in das schöne Schleswig-Holstein können sie aber nicht, weil die politischen Weltläufte einfach so sind. Wäre es da nicht nur normal, wenn die Vertriebenen die „Landsmannschaft Neumünster“ oder „Unser Nordfriesland“ gründen; sie sich regelmäßig zum Grünkohlessen oder zum Boßeln treffen, plattdeutsche Geschichten hören und immer am Ende eines Treffens das Schleswig-Holstein-Lied anstimmen? Also, ich wäre dabei!

Natürlich gibt es bei „unseren“ Vertriebenen auch heute noch Menschen mit revanchistischen Gedanken. Aber sie geben nicht den Ton an und sterben aus. Die Vertriebenen haben alles Recht, sich zu treffen und – im Zeichen der Versöhnung – um ihre alte Heimat zu trauern.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 06.Aug.2014 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert