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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2017 | 13:14 Uhr

Grevenkrug : Landrat entscheidet gegen Kiesabbau

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Firma Glindemann darf am Schmalsteder Rücken keine Kiesgrube einrichten.

shz.de von
erstellt am 20.Feb.2014 | 06:30 Uhr

Im Landschaftsschutzgebiet „Obere Eider“ wird kein Kies abgebaut. Das hat der Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde gestern entschieden. Für eine rund 23 Hektar (230 000 Quadratmeter) große Fläche innerhalb des Gebietes in den Gemeinden Grevenkrug und Schmalstede hatte ein Antrag auf Entlassung aus dem Landschaftsschutz vorgelegen, um dort eine Kiesgrube einzurichten (der Courier berichtete). In Grevenkrug ist eine von rund 60 Kiesgruben im Kreis Rendsburg–Eckernförde, die zu den größeren gehöre.

Landrat Dr. Rolf-Oliver Schwemer sprach gestern von einer Abwägungsentscheidung zwischen den öffentlichen Interessen der sicheren Rohstoffversorgung einerseits und des Landschaftsschutzes andererseits.

Das Unternehmen Peter Glindemann aus Grevenkrug hatte den Antrag bereits im Jahr 2009 gestellt. Nachdem bei einem öffentlichen Beteiligungsverfahren im Jahr 2012 erhebliche Einwände vorgebracht wurden und auch das Landesumweltministerium Bedenken geäußert hatte, entschied der Landrat bereits vor einem Jahr, den Kiesabbau nicht zuzulassen. Gleichzeitig räumte er der Firma Glindemann jedoch ein, seinen Antrag nachzubessern.

Es hatte auch mehrere Unterschriftenaktionen gegen den Kiesabbau gegeben: Vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, BUND, Ortsgruppe Bordesholm, waren es 779 Unterschriften, vom Bürgerprotest gegen Raubbau 195 und von anderen Bürgern, dazu noch 140 Einzelstellungnahmen.

Im überarbeiteten Antrag sei zwar die Bedeutung für die Rohstoffversorgung dargelegt, jedoch nur für die Firma Glindemann. „Es gibt jedoch noch andere Flächen im Kreis, auf denen hochwertiger Rohstoff abgebaut werden kann“, sagte Schwemer. Zudem sei der Eingriff in das Landschaftsbild östlich der Landstraße 318 nicht gerechtfertigt. Sein Stellvertreter, Dr. Thilo Rohlfs, sagte dazu: „Die Hanglage würde durch den Eingriff irreversibel zerstört. Das eiszeitlich geprägte Relief wäre auch durch Renaturierung später nicht wieder herstellbar.“

Auf Nachfrage wollte sich die Firma Peter Glindemann gestern nicht zu der Entscheidung äußern. „Wir haben sie zur Kenntnis genommen“, sagte Dr. Guntram Lauenstein aus der Geschäftsleitung lediglich. Der Landesnaturschutzverband begrüßte „das klare Bekenntnis des Landrates für den Erhalt unserer besonderen Landschaftsformationen“ in einer Mitteilung. Der Verband hatte in der Vergangenheit massive Kritik an dem Vorhaben geäußert.

Peter Goldammer vom BUND frohlockte gestern: „Heute ist ein schöner Tag! Unsere gemeinsame Arbeit hat sich gelohnt.“


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