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Prozess : Landgericht: Erstes Urteil zum JVA-Brand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Sachverständiger soll jetzt strittige Fragen klären.

von
erstellt am 16.Dez.2013 | 04:30 Uhr

Der Brand, der nach Schweißarbeiten am 14. Juli 2009 in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Neumünster für einen immensen Schaden gesorgt hatte (der Courier berichtete), wird zurzeit in einem Zivilprozess vor dem Kieler Landgericht verhandelt. Das Land hat dabei sowohl den Schweißer als auch den Handwerkbetrieb, für den der Mann tätig war, verklagt. Als Schadensersatz steht eine Summe von 710 000 Euro im Raum. Jetzt kam das Gericht zu einem ersten Teilurteil. So wurde die Klage gegen den Schweißer wegen Verjährung abgewiesen.

Das Teilverfahren gegen die Firma wird sich laut Landgericht jedoch noch einige Zeit hinziehen. Erst einmal soll jetzt ein Bausachverständiger klären, ob damals technisch und handwerklich alles korrekt abgelaufen ist.

Dass die Schweißarbeiten einst das Feuer auslösten, ist nach Aussage von Gerichtssprecherin Rebekka Kleine nicht strittig. Der Schwelbrand in dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Jahr 1904 hatte sich damals in der Holzbalkendecke unter der Kapelle entwickelt, nachdem der Schweißer dort zuvor alte Rohre entfernen sollte.

Nach Aussage der beklagten Firma konnte sich das Feuer jedoch nur deshalb entzünden, weil die Leitungen oberhalb der Geschossdecke gekappt worden waren und deshalb die Hitze nicht abführen konnten. Von dieser baulichen Besonderheit hätten die Firma und ihr Schweißer aber nichts gewusst, hieß es. Wegen der enormen Rußentwicklung gab es nach dem Brand sehr hohe Sanierungskosten.

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