Heidmühlen : Landfrauenverein ist Geschichte

Sie war die letzte Vorsitzende des Landfrauenvereins Heidmühlen und Umgebung: Hella Schütt leitete 13 Jahre die Geschicke des Vereins, der nach 47 Jahren aufgelöst wurde.
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Sie war die letzte Vorsitzende des Landfrauenvereins Heidmühlen und Umgebung: Hella Schütt leitete 13 Jahre die Geschicke des Vereins, der nach 47 Jahren aufgelöst wurde.

Überaltert: Nach 47 Jahren gibt es den Verband in Heidmühlen nicht mehr.

shz.de von
15. Februar 2018, 13:00 Uhr

Heidmühlen | Jetzt ist es offiziell: Den Landfrauenverein Heidmühlen und Umgebung gibt es nicht mehr. „Es ist mir sehr schwer gefallen, das zu verkünden“, berichtete Hella Schütt (63). Sie war 16 Jahre Mitglied in dem eingetragenen Verein und hat 13 Jahre als erste Vorsitzende die Geschicke der Landfrauen geleitet.

Bei der Mitgliederversammlung musste sie vor 50 Mitgliedern besiegeln, was sich schon seit zwei Jahren angebahnt hatte. „Es gibt einfach keine Frau, die sich bereit erklärt hat, den Vorsitz zu übernehmen“, erklärte die Boostedterin. Bereits 2016 hatte sie bekannt gegeben, dass sie den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen aufgeben wird. Auch Vera Lüdemann, die 41 Jahre lang die Kasse gepflegt hat, wollte nicht mehr und fand keine Nachfolgerin. „Wir sind 83 Frauen und die meisten von uns sind zwischen 70 und 80 Jahren alt. In dem Alter lässt das Interesse und die Gesundheit naturgemäß etwas nach“, schilderte Hella Schütt das Problem. Junge Frauen für den Verein zu begeistern und so auch neue Ideen mitzubringen, scheitere an der Bindungswilligkeit, vermutete sie: „Wir haben den Eindruck gewonnen, dass sich die jüngeren Frauen ungern festlegen möchten.“

47 Jahre gab es den Landfrauenverein Heidmühlen und einmal im Monat haben sich die Frauen getroffen. Das war ein fester Termin im Kalender, der nicht nur soziale Bindungen gefestigt hat. „Als ich angefangen habe, kannte ich die meisten Frauen eher flüchtig“, erinnerte sich Hella Schütt. Nach und nach haben sich Bekanntschaften und auch Freundschaften entwickelt. „Das Dorf weiß vielleicht noch gar nicht, was ihm fehlen wird. Die Landfrauen gehörten zum Dorfleben einfach dazu“, meinte sie weiter. Zum Beispiel wird es in diesem Jahr, wenn das Dreschfest wieder statt findet, nicht mehr die umwerfenden Torten der Landfrauen geben. Mit 120 Torten versorgten sie beim vergangenen Fest die Besucher. „Aber Landfrauen, das ist viel mehr als Kaffee und Kuchen“, machte Hella Schütt deutlich. Ihre Treffen dienten der Bildung, der Freizeit und dem Austausch. Es gab Vorträge zu aktuellen Themen wie Internetzugang über Glasfaser, Politik, Umwelt und Gesundheit. Die Frauen sind auch zu Vorträgen auf Kreis-und Landesebene gereist. Außerdem gab es zahlreiche Ausflüge, Radtouren und Weihnachtsfeiern. „Und manchmal haben wir während unserer Treffen auch einfach nur geschnackt“, meinte die einstige Vorsitzende. Obwohl der Verein einstimmig aufgelöst wurde, finden alle für dieses Jahr geplanten Veranstaltungen statt.

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