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Bauprojekt : Landeslabor: Richtfest für Neubau

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Land investiert 4,3 Millionen in Gebäude / Nach Schließung aller Außenstellen muss die Platznot beendet werden / Weitere Sanierungen laufen

Neumünster | „Können und Fleiß mit Wissen gepaart schufen dieses Haus nach Meisterart. Frohsinn, Eintracht und Seelenfrieden sei immer des Hauses Nutzer beschieden“: Mit einem zünftigen Spruch und einem zerschmetterten Glas wünschten Zimmerer-Vorarbeiter Lars Lemsky und sein Kollege Björn Bellgardt von Voss Holzbau dem Rohbau Glück. Gestern wurde an der Max-Eyth-Straße mit über 60 Gästen Richtfest für ein neues Laborgebäude des Landeslabors gefeiert. Das Land investiert 4,3 Millionen Euro in den dringend notwendigen Bau. Ende 2011 war die letzte Außenstelle im Lande in Lübeck geschlossen worden; die 185 Labormitarbeiter mussten zusammenrücken.

620 Quadratmeter Labornutzfläche bietet der zweigeschossige Bau für vier Laboreinheiten. Sie werden so flexibel angelegt, dass sie neuen Anforderungen angepasst werden können, um Verbraucher vor Irreführung und Gefährdung zu schützen, erklärte Labordirektor Matthias Hoppe-Kossak. Im Erdgeschoss wird statt wie bisher in kleinteiligen Räumen an einer Art Untersuchungsstraße analysiert, im ersten Stock ausgewertet. Untersucht werden beispielsweise die chemischen Parameter von Milch, Fleischerzeugnissen und pflanzlichen Lebensmitteln – ob ihre Zusammensetzung stimmt, ob Allergene, Farbstoffe oder Konservierungsstoffe enthalten sind, erklärte der Direktor. Auch energetisch ist der Neubau sehr modern: Angesichts der steigenden Energiekosten sei bei der Wärmedämmung und -rückgewinnung sowie den Fenstern auf Effizienz besonders geachtet worden, sagte Hans-Adolf Bilzhause, Geschäftsführer vom Gebäudemanagement Schleswig-Holstein, das im Auftrag des Landes baut. Das Gebäude werde die gesetzlichen Anforderungen sogar übertreffen.

Dem Land sei der Verbraucherschutz wichtig, die Lebensmittelsicherheit sei ganz wichtig, sie müsse gestärkt werden, bekräftigte Dr. Silke Schneider, Staatssekretärin im Energie- und Umweltministerium. Eine solche Investition sei nicht selbstverständlich, aber es herrsche der Anspruch, den Anforderungen an ein gutes, modernes Untersuchungslabor gerecht zu werden. Mit diesem Projekt werde der Standort Neumünster gestärkt, es profitiere aber auch die Region, erklärte sie.

Denn von den mehr als 30 EU-weit ausgeschriebenen Bauaufträgen gingen 35 Prozent an vier hiesige Firmen, 20 Prozent an Firmen im Lande (Kiel und Lübeck) sowie 20 Prozent an Hamburger und mecklenburg-vorpommersche Betriebe, berichtete Bilzhause. Er lobte die gute Zusammenarbeit aller Firmen – auch trotz einiger ungeplanter Vorkommnisse. So gab es Schäden an unbekannten Leitungen und ein vollgelaufenes Sickerbecken, das zu einem kleinen See wurde. „Sie haben immer souverän reagiert“, sagte er in Richtung Handwerker und Direktor.

Dieser gab mit launigen Worten einige Anekdoten zum Besten und scherzte über die Enten auf dem Mini-See: „Vielleicht waren die gekommen, um zu sehen, ob es ihnen gut geht.“ Das neue Gebäude sei ein weiterer farblicher Höhepunkt in der Gebäude-Vielfalt: Vertreten sind bisher klassisch Gemauertes, Stahlbauten aus Containern, moderne Architektur und eine umgestaltete Tuchfabrik. „Dieser Stein ist funktionell, wenn Sie ihn lange genug betrachten, werden Sie ihn lieben“, sagte der Direktor über den rötlichen Klinker.

Neben dem Neubau werden Sanierungen vorgenommen: Die Häuser 3 und 5 und die Entwässerung werden saniert, Außenanlagen und Außenbeleuchtung erneuert. Für alle Maßnahmen investiert das Land 8,4 Millionen Euro. Alles soll im Sommer 2015 abgeschlossen sein.

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erstellt am 13.Sep.2014 | 09:00 Uhr

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