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Neue Ausrüstung : Landeslabor baut Kapazitäten aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Verbraucherschutz und Lebensmittelkontrolle bleiben zentrale Aufgaben am der Max-Eyth-Straße / Neue Laborausrüstung für 1,8 Millionen Euro

von
erstellt am 04.Nov.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Das Land schreibt dem Landeslabor bei der Stärkung des Verbraucherschutzes in Schleswig-Holstein auch künftig eine tragende Rolle zu. Das unterstrich Umwelt-Staatssekretärin Silke Schneider gestern bei einem Besuch der Landesbehörde an der Max-Eyth-Straße. Um die Gesundheit der Verbraucher effektiv zu schützen und ihn als Konsumenten vor Irreführungen zu schützen, bedürfe es zunehmend großer Anstrengungen, sagte Schneider.

Um den gestiegenen Anforderungen durch neue Vorgaben von Bund und EU gerecht werden zu können, habe das Land der Behörde allein im laufenden Jahr 1,8 Millionen Euro für zusätzliche Analysetechnik zur Verfügung gestellt, betonte die Staatssekretärin. Erst vor wenigen Wochen waren an der Max-Eyth-Straße die neuen Labore zur Lebensmitteluntersuchung in Betrieb genommen worden. In den zweigeschossigen Anbau mit rund 620 Quadratmetern Laborfläche hat das Land rund 4,3 Millionen Euro investiert, insgesamt will Kiel rund 8,4 Millionen Euro in die strukturelle und technische Aufrüstung der Neumünsteraner Behörde stecken (wir berichteten).

Ein wichtiger Schwerpunkt der Behördenarbeit wird weiterhin die Lebensmittelsmittelüberwachung sein. Insgesamt wurden in den Laboren der Landeseinrichtung 2014 rund 11500 Produkte nach dem Lebensmittelrecht untersucht. Die Zahl der Beanstandungen kletterte dabei von 15,4 auf 18,4 Prozent. Das sei allerdings noch kein Beleg dafür, dass mehr belastete Lebensmittel in den Verkehr gebracht worden seien, betonte die neue Behördenchefin Katrin Lütjen bei der Vorstellung ihres ersten Jahresberichts. Vielmehr würden die Proben „risikoorientiert“ entnommen. Das heißt, es werden gezielt Produkte kontrolliert, bei denen ein höheres Risiko von mikrobiologischer Verunreinigung besteht.

Das Augenmerk der Lebensmittelüberwacher liegt dabei vor allem auf besonders krankmachenden Erregern wie Salmonellen und Campylobacter sowie Listerien, Bakterien, die Infektionen auslösen. So wurden insgesamt 3952 Proben auf Salmonellen untersucht. In neun Fällen wurden sie nachgewiesen, und zwar in rohen Fleisch- und Geflügelerzeugnissen. Auf Campylobacter, einen Durchfallerreger, wurden 2882 Proben untersucht, 17 Proben – ausschließlich aus Geflügelfleisch – waren positiv.

Gute Nachrichten gibt es für alle Rinderzüchter im Lande. Nach den Untersuchungen des Landesamtes waren 2014 knapp 93 Prozent der aller Betriebe frei von der Rinderkrankheit BHV 1. „Wir hoffen, dass wir Schleswig-Holstein 2016 BHV 1-frei melden können“, kündigte Katrin Lütjen an.

Auf Mehrkosten müssen sich dagegen die Hersteller von Futtermitteln einstellen. Insgesamt rückten die Experten des Landesamtes 2014 zu insgesamt knapp 700 Inspektionen in rund 600 Futtermittelbetrieben aus. Wegen der hohen Kosten plant das Land, die Hersteller künftig – wie bereits in Niedersachsen geschehen – an den Kosten für die Routinekontrollen zu beteiligen. Die Regelung soll noch in diesem Jahr kommen. Nach Schätzungen würde die Landeskasse dadurch pro Jahr um rund 350  000 Euro entlastet.

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