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Holsteinischer Courier

24. November 2017 | 01:28 Uhr

Regenmassen : Land unter auf Wiesen und Wegen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Regenfälle haben die Böden aufgeweicht. Klärwerk arbeitet an der Kapazitätsgrenze. Weitere Niederschläge vorhergesagt

von
erstellt am 10.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Der Teich ist randvoll, Stör, Schwale und Dosenbek sind teilweise über ihre Ufer getreten, viele Wiesen am Stadtrand gleichen kleinen Seen, und die Wanderwege, etwa im Brachenfelder Gehölz, sind völlig aufgeweichte Modderpisten. Die ergiebigen Regenfälle, die Sturmtief Xavier mit sich gebracht hatte, sind noch an vielen Stellen nicht abgeflossen. Für heute und die kommenden Tage sind weitere Niederschläge angekündigt.

Hausbesitzer in der Gartenstadt sorgen sich, dass aufsteigendes Grundwasser in ihre Keller laufen könnte. Der Grundwasserspiegel ist hier stets sehr hoch. Auch das Klärwerk an der Niebüller Straße arbeitet bei diesen Wassermengen an seiner Kapazitätsgrenze. „Wir haben wegen des vielen Regens Wasser abgeschlagen“, erläutert Ingo Kühl, der Fachdienstleiter des Technischen Betriebszentrums (TBZ). Der Fachbegriff meint, dass über die Mischwasserkanäle mehr Wasser beim Klärwerk ankommt, als dort gereinigt werden kann. Ein Teil dieses Wassers wird daher nach einer Grobreinigung über den Schönungsteich am Klärwerk in die Stör entlassen. Rund 6,8 Millionen Liter Wasser gelangten so seit Mittwoch in die Stör. „Das ist umweltrechtlich natürlich genehmigt. Wir melden das der Überwachungsbehörde in Rendsburg“, sagt Kühl.

Gestern habe das Klärwerk wieder alles anfallende Wasser verarbeiten können. Von den etwa 500 Kilometern Kanalnetz in der Stadt seien noch rund 30 Kilometer Mischwasserkanäle. Der Rest nehme bereits Schmutz- und Regenwasser getrennt auf.

In Tungendorf ärgert sich Klaus Bühse über überschwemmte Wiesen. „Wir Landwirte können hier kein Vieh draufschicken und auch nicht mähen, weil man da nicht mit Fahrzeugen raufkommt“, sagt der Landwirt und sieht nicht nur höhere Gewalt, sondern auch menschgemachte Ursachen. Für die Sohlgleiten seien große Steine in Dosenbek und Schwale verfrachtet worden. Bühse: „Die haben die Fließgeschwindigkeit erheblich reduziert. Es fehlen Abflussmöglichkeiten für den Hauptgraben in Tasdorf. Unsere Dränageleitungen funktionieren nicht mehr.“

Das TBZ arbeitet nicht nur im Klärwerk an den Folgen von Xavier. Auch gestern noch beseitigte eine TBZ-Kolonne in den Teichuferanlagen Sturmschäden an Bäumen. Holger Fockenga vom TBZ: „Mit den Aufräumarbeiten sind wir noch nicht durch.“

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