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Brügge : Laienschauspieler stellten ein Dorfgeschehen nach

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

21 Erwachsene und Jugendliche führten den „Brügger Kreidekreis“ in der St. Johannis-Kirche auf.

Neumünster | Unter Regie der fernseh- und bühnenerprobten Bordesholmer Schauspielerin Birgit Bockmann führten am Sonnabend und Sonntag vor insgesamt rund 200 Zuhörern zehn Erwachsene sowie elf Kinder und Jugendliche den „Brügger Kreidekreis“ mit großem Erfolg in der St. Johannis-Kirche auf. Es handelte sich um Laienschauspieler der Brügger Theatergruppe, die seit März daran gearbeitet haben, den kaukasischen Kreidekreis von Bertolt Brecht für sich zu eigen zu machen. Nach einer fast wahren Begebenheit, versteht sich.

Die Geschichte ist schnell erzählt: Zwei Mütter, ein Kind. Die eine ist die leibliche Mutter, die andere hat sich des Kindes in schlechten Zeiten angenommen und liebt es, als sei es ihr eigenes. Beide Frauen erheben Anspruch auf das Kind. Brecht spricht in seinem Stück nicht der leiblichen Mutter das Kind zu, die es in der Not im Stich gelassen hat, sondern der Magd Gusche, die das verlassene Kind aufgenommen und in Sicherheit gebracht hat. Damit stellt Brecht die sozial bestimmte Mutterrolle vor die biologische und kehrt die Anspruchs-Perspektive um: Nicht die Mütter haben Ansprüche auf die Kinder, sondern die Kinder haben Anspruch auf die bestmögliche Mutter.

Bei der Aufführung des Brügger Kreidekreises wurden die Besucher ins Jahr 1951 mitgenommen. Damals probte ein Chor gemeinsam mit Schulkindern unter der Regie einer engagierten Lehrerin (gespielt von Susanne ter Horst) den Kaukasischen Kreidekreis in der Brügger Kirche.

Nicht von ungefähr hatte sich die Lehrerin dieses Stück ausgesucht. Sie erhoffte sich, dass ihre Mitspieler trotz der schweren Zeiten erkennen, dass die bessere Entscheidung immer die zum Wohle des Anliegens ist. „Wunderbar das große Ensemble, das so eine Art Spiel im Spiel erst möglich machte und mit viel Spaß ein Dorfgeschehen nachstellen konnte, weil Menschen aus jeder Altersstufe mitspielten“, berichtete Birgit Bockmann richtig glücklich darüber, dass sich die Aufführenden auf der kleinen Bühne im Gotteshaus nicht ins Gehege kamen.

Dazu zählten die Erwachsenen mit Susanne ter Horst (Lehrerin), Rita Britschin (Wirtin), Sylvia Fleck (Chorleiterin und Beamtenwitwe), Heiner Volkers (Bauer), Sibylle Stegner (seine Frau), Hans-Jürgen Gehrdt (Bauer und Witwer), Tanja Krampen (Tagelöhnerin), Dorte Niehus (Flüchtling), Elsa Nötzel (Altenteilerin) und Pastor Henry Koop.

Verdienten Beifall gab es auch für den Nachwuchs mit Anja Bockmann (Erzählerin und Köchin), Marlene Wehling (Grusches Schwägerin), Malte Stegmann (Adjutant), Milena Stuhr (Kindermädchen Grusche), Till Rocksien (Soldat), Maj Lührs (Natella Abaschwili), Amy Sumpf (Zofe), Bastian Köster (Grusches Bruder), Lea Janz (Kindermädchen), Anton Brendel (Gefreiter) und Oskar Bewersdorf (Gerichtsdiener).

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