Boostedt : Lagerhalle brannte nieder

Dichter Qualm stieg auf. Die Lagerhalle an der Neumünsterstraße 115 brannte ab.
Dichter Qualm stieg auf. Die Lagerhalle an der Neumünsterstraße 115 brannte ab.

Die Bewohner mussten Fenster und Türen schließen.

shz.de von
27. März 2017, 08:00 Uhr

Schwarze Rauchschwaden zogen am Sonnabendabend über Boostedt, als ein Feuer in einer Lagerhalle auf dem Gelände eines ehemaligen Betonwerkes ausgebrochen war. Kurz nach 18.30 Uhr rückte die Feuerwehr Boostedt auf dem Gelände an der Neumünsterstraße 115 zwischen dem Netto-Markt und der Firma Otten an.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte auf dem weitläufigen und schwer zugänglichen Gelände stand bereits eine deutliche Rauchsäule über der betroffenen Lagerhalle. Einsatzleiter Tobias Rohweder ließ daraufhin Feuerwehren aus den Nachbargemeinden Großenaspe, Braak, Latendorf, Groß Kummerfeld, Kleinkummerfeld, Willingrade und Heidmühlen nachalarmieren. 130 ehrenamtliche Kräfte waren bis etwa 23 Uhr im Einsatz. Mutmaßlich haben Ölfässer und Reifen gebrannt.

Der Kreisel war zwischenzeitlich von der Polizei für die Durchfahrt gesperrt worden. Die Boostedter Bürger wurden wegen der starken Rauchentwicklung gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten.

Nachdem sich die Einsatzkräfte einen Zugang zur Lagerhalle verschafft hatten, begannen sie sofort mit einer umfangreichen Brandbekämpfung. Ein Großteil der dort gelagerten Materialien stand bereits in Flammen. Im Zuge der Löscharbeiten wurden im hinteren Teil der Halle mehrere Fässer entdeckt. Da zu diesem Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden konnte, dass es sich bei ihrem Inhalt um einen Gefahrstoff handelt, wurde die Gefahrguterkundungseinheit des Amtes Boostedt-Rickling hinzugezogen. „Nach gründlicher Prüfung wurde festgestellt, dass alles im grünen Bereich war, also keine gefährlichen Substanzen brannten“, sagte der stellvertretende Kreiswehrführer Jörg Nero gestern dem Courier.

Eine besondere Herausforderung stellte bei diesem Einsatz die Wasserversorgung dar. Auf dem Gelände des ehemaligen Betonwerkes gibt es keine Möglichkeit zur Wasserentnahme aus Hydranten. Deshalb mussten von der Neumünsterstraße mehrere hundert Meter Schlauchleitungen zur Halle verlegt werden. „Phasenweise war die Situation schwierig, weil das Gelände dort recht unübersichtlich ist. Wir konnten nicht direkt zur Halle vorfahren, sondern mussten viel schleppen. Mit den Einsatzwagen sind wir sowohl über den Netto-Parkplatz als auch über einen direkten Zugang von der Neumünsterstraße auf das Gelände gelangt“, erklärte Nero weiter. „Von einem großen Tor aus haben wir mit einem Schaumwerfer aus zehn Metern Entfernung das Feuer relativ schnell eingedämmt. Danach mussten noch viele kleine Brandnester gelöscht werden“, so Jörg Nero.

Ernsthafte Gefahr für Menschen bestand nicht. „Zur Sicherheit haben wir die Erstaufnahmeeinrichtung informiert, damit dort Fenster und Türen geschlossen werden“, sagte er. Zur Ursache konnten der stellvertretende Kreiswehrführer und auch die Polizei gestern keine Angabe machen. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Zurzeit gibt es keine Hinweise auf Brandstiftung. 




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