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Holsteinischer Courier

17. Oktober 2017 | 08:28 Uhr

Lärmschutz: Stadt setzt auf neuen Asphalt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

von
erstellt am 03.Jun.2016 | 16:37 Uhr

Der von der Stadt aufgelegte Lärmaktionsplan (LAP) soll erste Früchte tragen: Als Reaktion auf die zunehmende Belastung von Anliegern belebter Straßen verständigte sich der Bauausschuss jetzt darauf, künftig bei allen Asphalt-Sanierungen grundsätzlich nur noch einen speziellen lärmmindernden „Stadtasphalt“ einzusetzen. Der noch recht neue Baustoff soll den durch Abrollgeräusche verursachten Straßenlärm im Schnitt um 3 bis 4 Dezibel herabsetzen. „Das ist eine ganze Menge“, sagte Helga Bühse (CDU), die den Vorschlag für die CDU eingebracht hatte. Der Einsatz lohne, zumal der neue Asphalt kaum teurer als der Standard-Asphalt sei, so Bühse. Zum Vergleich: 50 Dezibel (db) entsprechen etwa dem Rauschen des Regens, 55 Dezibel einem normalen Gespräch in einem Meter Entfernung.

Nach Berechnungen des Hamburger Lärmkontors, das den von der EU geforderten Lärmaktionsplan für Neumünster erstellt hat, gelten in der Stadt rund 7300 Menschen (2560 Wohnungen) als durch Autoverkehr lärmbelastet, das sind etwa 9 Prozent aller Neumünsteraner. Etwa 1040 Einwohner gelten als hoch belastet, sie müssen tagsüber Schalllasten über 70 db (Rasenmäher) oder nachts von immerhin noch 60 db hinnehmen. Besonders betroffen sind die Anlieger etwa auf großen Abschnitten des Rings etwa an der Feldstraße oder am Hansaring und den Hauptausfallstraßen wie Haart, Altonaer Straße oder der südlichen Rendsburger Straße.

Als Gegenmaßnahmen schlagen die Experten unter anderem Tempo-30-Abschnitte vor, womit sich der Ausschuss allerdings nicht anfreunden mochte. Stattdessen forderte er die Verwaltung auf, verstärkt über Fördermöglichkeiten zum passiven Schallschutz zu informieren: So wurden nach Auskunft des Lärmkontors etwa an der Wasbeker Straße seit 2010 nur 45 Wohnungen mit Schallschutzfenstern nachgerüstet, 137 Wohnungen aber hätten Anspruch auf eine staatliche Förderung.

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