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Stimmungsvolles Konzert : „La Dolce Vita“ gab es am Einfelder See

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

300 Besucher genossen das Festival bei bestem Wetter. Vier Musiker verzauberten die Zuhörer mit ihrem Spiel.

shz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | „Buona sera!“ Italienisch elegant gekleidet und äußerst charmant begrüßte Claudia Toppe ihre 300 Gäste am Sonnabend zum „Seeträume – Sommernachtsträume Festival“ vor dem Steg des Ruderclubs Neumünster am Einfelder See. Der Wettergott war den Veranstaltern, Claudia Toppe und ihrem Team vom Literaturcafé, äußerst wohlgesonnen. Eine sanfte Brise blies ein paar leichte Wolken vor sich her, und über dem See ging langsam die Sonne unter. Außer ein paar Seidentüchern in der Farben der italienischen Flagge blieb die Bühne bewusst schlicht. Die Besucher konnten die natürliche Schönheit des Einfelder Sees in vollen Zügen genießen.

„Als das Land, in dem die Zitronen blühen , beschrieb Goethe einst Italien“, führte Claudia Toppe in das Programm ein. „Unsere Künstler zog es immer wieder in den Süden. Heute Abend dürfen wir uns auf einen Gegenbesuch freuen“, kündigte sie Raffaele Sciortino und sein Trio Korrupti an.

Gemeinsam mit den Musikern „Il professore“ alias Hans-Georg Spiegel am Akkordeon, dem Geiger Jan Baruschke als „Don Violino“ und „Il positivo“, dem Gitarristen Frank Naruga, betrat „Il capo“ Raffaele die Bühne und legte zuerst einmal Zeugnis von seiner Schlagfertigkeit ab. Vom kaputten Mikrofon ließ sich der Schweizer mit sizilianischen Wurzeln nicht beirren: „Das muss made in Italy sein“, kommentierte er knapp. „Sieht gut aus, funktioniert aber nicht.“ Die Sympathien des Publikums waren den Künstlern bereits nach wenigen Minuten sicher.

„Pate, Pasta Tarantella“ nennen die Vier ihr Bühnenprogramm, in dem sich italienische, sizilianische, calabresische und selbst komponierte Lieder mit Anekdoten und kleinen Geschichten rund um Raffaele Sciortinos Vorfahren in Corleone und die Erlebnisse eines jungen Sizilianers in Deutschland abwechseln.

„Il capo“ Raffaele übernahm den Part des Erzählers, fungierte als Sänger und spielte Gitarre. Die Musiker vom Trio Korrupti brillierten auf ihren Instrumenten. Etwa wenn Hans-Georg Siegel seinem Akkordeon sanft differenzierte Töne entlockte und Jan Baruschke seine wunderschöne Geigen dazu erklingen ließ, gerieten die Besucher vor der schönen Kulisse am Einfelder See ins Schwelgen. Erklang die Musik, schien Italien ganz nah.

Anders verhielt es sich mit den Geschichten zwischen den Liedern. Sie waren in der Regel zu lang. Raffaele Sciortino erzählte zwar frei, doch seinen allzu oft banalen Anekdoten fehlten es an Pointen. Als Zuhörer blieb man etwas ratlos zurück und wartete sehnsüchtig auf den nächsten musikalischen Beitrag. Denn mit ihrer Musik konnten Raffaele Sciortino und das Trio Korrupti wirklich punkten, Sciortino mit
seiner ausdrucksstarken Stimme, Hans-Georg Siegel mit differenzierten Akkordeonklängen, Jan Baruschke mit seiner betörenden Violine und Frank Naruga mit dem richtigen Beat und tollen
Akkorden.

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