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Lebensgefährliche Straftat : Kupferdiebe legten Bahnlinie für Stunden lahm

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Erdungskabel der Oberleitung zwischen Neumünster und Brokstedt gestohlen. Täter brachten sich und andere in Lebensgefahr

Neumünster | Die Metalldiebe werden wirklich immer dreister: Gestern hatten sie es auf die Erdungskabel an den Oberleitungsmasten der Bahn abgesehen. Auf drei Kilometern der Hauptstrecke nach Hamburg kniffen sie zwischen Neumünster und Brokstedt – vermutlich mit Bolzenschneidern – an 70 Masten die etwa fingerdicken Kupferkabel zwischen der Oberleitung und den Schienen ab.

Die Strecke musste zwischen 9.30 und 13 Uhr in beide Richtungen gesperrt werden. „22 Züge waren davon betroffen“, sagte Angelika Theidig von der Bahn-Pressestelle in Hamburg. Die Fahrgäste mussten in dieser Zeit zwischen Wrist und Neumünster auf Ersatzbusse umsteigen.

„Die Diebe müssen das Kupfer mit einem Transporter oder Kleinbus abtransportiert haben“, vermutete Bernd Schindler von der Bundespolizeiinspektion in Flensburg. Die gestohlenen Kabelstücke wiegen rund 500 Kilogramm. Die Bundespolizei aus Neumünster war vor Ort und ermittelt. „Solche Fälle gab es schon öfter“, sagte Schindler. Die Polizei sei deshalb auch präventiv aktiv und informiere Schrotthändler und Recyclingbetriebe, die sich mit dem Ankauf solch heißer Ware zum Hehler machen würden.

Die Diebe haben bei ihrer verbotenen Tätigkeit sich und andere in Lebensgefahr gebracht. „Durch die elektrische Oberleitung fließt Starkstrom mit 15 000 Volt“, sagte Bernd Schindler. Die Oberleitung müsse unbedingt geerdet sein, da selbst bei abgeschaltetem Strom noch 4000 Volt fließen können. „Wenn es feucht und regnerisch ist, kann der Dieb einen Stromschlag bekommen, da er dann praktisch selbst die Erdung darstellt. Was die gemacht haben, ist sträflicher Leichtsinn. Die Diebe haben sich und andere in Lebensgefahr gebracht“, sagte Bernd Schindler. Denn auch Spaziergänger auf Fußwegen am Bahndamm hätten durch die fehlende Erdung zu Schaden kommen und vom Strom getroffen werden können, so Schindler.

Kurz vor 9.30 Uhr hatten Techniker den Diebstahl festgestellt und die Notfallleitstelle der Deutschen Bahn informiert. Die stellte sofort den Fahrstrom ab. Der Bahnverkehr und die Fahrgäste in den Zügen auf der Strecke nach Hamburg waren nicht in Gefahr, da die Züge selbst über die Lokomotive geerdet seien, erklärte Schindler.

Zeugen werden gebeten, sich bei der Bundespolizei in Flensburg unter Tel. 04 61-3 13 20 zu melden.

 

 

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erstellt am 14.Aug.2014 | 05:00 Uhr

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