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Über 50 Masten beschädigt : Kupferdiebe legten Bahn nach Kiel lahm

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Unbekannte entwendeten zwischen Bordesholm und Meimersdorf kiloweise Masterden und Verbinder.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Bordesholm | Sie kamen in den frühen Morgenstunden und arbeiteten schnell und professionell: Unbekannte haben gestern an der Bahnstrecke Neumünster – Kiel im Bereich zwischen Bordesholm und Meimersdorf auf mehreren Kilometern schätzungsweise 80 bis 100 Kilogramm Erdungskabel und Verbinder an über 50 Oberleitungsmasten geklaut. Die Folge: Ab 10 Uhr bis in den späten Nachmittag konnten aus Süden keine elektrischen Züge in die Landeshauptstadt oder von dort mehr fahren.

Die Regionalbahnen fielen aus, die Regionalexpress-Züge aus Hamburg endeten in Neumünster. Tausende Reisende wurden über Rendsburg und Lübeck umgeleitet. Für Fahrgäste nach Einfeld, Bordesholm und Flintbek wurde ein Schienenersatz-Verkehr eingerichtet. Techniker der Bahn reparierten den Schaden von einem mit Diesel betriebenen Turmtriebwagen.

„Es kommt leider immer öfter im Land vor, dass Bahn-Kabel in größerem Umfang gestohlen werden. Die Täter sind mittlerweile darauf spezialisiert und sehr geübt“, erklärte Gerhard Stelke, Sprecher der Bundespolizei in Kiel. Die Ermittlungen wegen Diebstahls und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr laufen. Abtransportiert wurden die Kabel und Kupferstücke vermutlich mit einem Transporter oder Pritschenwagen.

„Masterden sind eine Sicherung für den Fall, dass Oberleitungen beschädigt werden. Sie leiten den Strom bei Bedarf ab und verhindern, dass er in die Metallmasten fließt“, erklärte Andreas Sahlmann, Sprecher der Bahn AG in Hamburg. Weil die Kabel nicht unter Strom stehen und nahe dem Erdboden laufen, sind sie eine recht einfache Beute. Dennoch begeben sich die Täter in Lebensgefahr. „Die modernen Züge hört man nicht mehr so leicht. Wenn sie im Dunkeln mit 100 oder 120 Stundenkilometern angerauscht kommen, können sie nicht mal so einfach bremsen“, warnte Sahlmann.

Die Bundespolizei hat nun alle Altmetall-Ankäufer in der Region informiert. Wer Hinweise zu den Tätern oder möglichen Fahrzeugen geben kann oder in der Nacht zu gestern verdächtige Beobachtungen am Bahndamm gemacht hat, sollte sich an die Bundespolizei unter Tel. 0431/980-710 wenden.

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