Holsten-Galerie-Baustelle : Kunstregen für die Schuttberge

Wasser marsch: Gestern Mittag drehte Jörg Paulwitz  den Schlauch für die 15 Sprenger auf.
Wasser marsch: Gestern Mittag drehte Jörg Paulwitz den Schlauch für die 15 Sprenger auf.

Das ECE-Management hat eine Firma beauftragt, die Baustelle großflächig zu bewässern / Verbrauch: 45.000 Liter pro Stunde

shz.de von
21. Juni 2014, 06:45 Uhr

Seit gestern hat das ECE-Management im Kampf gegen den Staub auf der Holsten-Galerie-Baustelle aufgerüstet und damit auf die massiven Beschwerden von Anliegern reagiert. 15 Großflächenregner des Gartenbaubetriebes Paulwitz bewässern jetzt die Schuttberge des Courier-Hauses und der anliegenden Gebäude rund um die Uhr – und werden das auch während der verbleibenden dreiwöchigen Abrissphase machen, sagte ECE-Projektmanager Georg Monheim.

Am Vortag hatte er noch gehofft, die Misere durch die Bewässerung der Baustraßen in den Griff zu kriegen. Immer wieder waren Traktoren mit Wasserbehältern über die staubigen Trassen gefahren und hatten Teichwasser versprüht. Doch vergeblich. So musste zum Beispiel Vezir Dündar noch am Donnerstagnachmittag seinen Döner-Grill Am Teich wegen des massiven Staubs schließen (der Courier berichtete).

„Reicht der Schlauch noch bis hierhin?“ Jörg Paulwitz, Betriebsleiter der Abteilung der Garten-und-Landschaftsbau des Pflanzenhofs, und sein Mitarbeiter Dieter Holzner kraxelten gestern auf die Schuttberge und loteten die richtigen Standorte für die Sprenger aus. „Wir spielen jetzt hier Wettergott“, sagte der 31-Jährige in Anspielung auf den gestrigen Courier-Artikel. 200 Meter Schläuche schlängeln sich jetzt zwischen den Gesteinsbrocken.

Ein Sprenger versprüht 3000 Liter pro Stunde; alle 15 Sprenger verteilen also 45 000 Liter pro Stunde. „Wir werden auch während der weiteren Abrissphase vor Ort sein, die Sprenger entsprechend versetzen, wie es die Recylingfirma braucht“, sagte Jörg Paulwitz, der kurz vor 12 Uhr bereits die ersten Sprenger scharf schaltete – knapp zwei Stunden nach dem Anruf von ECE. Der Kontakt war zustande gekommen, weil der Pflanzenhof im Februar und März dieses Jahres den Winterdienst auf dem Gelände für das ECE-Management erledigt hatte.

Das Wasser für die Sprenger kommt nicht wie bei der ersten Bewässerung am Vortag aus dem Teich, sondern aus den städtischen Wasserleitungen. Angezapft wird das System an einer Säule auf dem Gänsemarkt. „Wir bezahlen den normalen Tarif und hoffen, dass die Staubprobleme jetzt ein Ende haben. Es ist das erste Mal in meinem 15-jährigen Berufsleben, dass eine Baustelle so intensiv beregnet wird. Allerdings ist gerade an der Commerzbank der Wind recht heftig, die Böen kommen vom Bahnhof und nehmen dann zu“, erklärte Georg Monheim. Um die problematische Fläche rund um den Schuttberg des Courier-Hauses gestern komplett beregnen lassen zu können, hatte er „die Arbeiten in dem Bereich der Baustelle erst einmal stark reduziert“.

Die Stadtwerke bestätigten, dass das Wasser zum normalen Tarif (1,43 Euro pro Kubikmeter) bezahlt wird. 45 Kubikmeter pro Stunde kosten demnach 64,35 Euro. So kommen in drei Wochen mehr als 30 000 Euro auf die Uhr. Das ist viel Geld, aber Georg Monheim rechnet aber anders: „Anderweitig könnte die Baustelle gestoppt, der Zeitplan nicht eingehalten werden. Die Kosten für Bagger und Verzugskosten wären dann ganz andere Dimensionen.“

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