Neumünster : Kunstrasen wird deutlich teurer

Die winterliche Idylle im Städtischen Stadion überdeckt den alten, völlig maroden Kunstrasenplatz. Er ist seit Jahren gesperrt und soll erneuert werden. Im Hintergrund ist das Umkleidegebäude zu sehen.
Die winterliche Idylle im Städtischen Stadion überdeckt den alten, völlig maroden Kunstrasenplatz. Er ist seit Jahren gesperrt und soll erneuert werden. Im Hintergrund ist das Umkleidegebäude zu sehen.

Statt 550 000 Euro dürften es nun 800 000 Euro werden. Stadt hofft auf höchstmögliche Förderung durch das Land.

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02. März 2018, 08:00 Uhr

Neumünster | Stadt, Kommunalpolitik und Kreissportverband müssen eine bittere Pille schlucken: Der Bau des Kunstrasenplatzes im Städtischen Stadion wird mit nun geschätzten 800 000 Euro satte 250 000 Euro oder 45 Prozent teurer als im Haushalt veranschlagt.

Das geht aus einer neuen Kostenberechnung hervor. Ein inzwischen vorliegendes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass der Baugrund des alten Platzes nicht mehr trägt und komplett erneuert werden muss. Die neue Schätzung liegt damit deutlich über dem Haushaltstitel von 550 000 Euro. Der Ansatz stammt bereits aus dem Jahr 2014. Seitdem seien die Baupreise aufgrund der guten Konjunktur stark gestiegen.

Erst im September 2017 hatte die Ratsversammlung den Sperrvermerk in diesem Posten aufgehoben und mit dem Planungsbeschluss das grundsätzliche Go für das Projekt gegeben. Die Verwaltung soll einen Antrag auf Förderung nach der neuen „Richtlinie über die Förderung von kommunalen Spielfeldern und Laufbahnen in Schleswig-Holstein“ stellen.

Ende März endet dafür die Antragsfrist, bestätigte Stadtrat Carsten Hillgruber auf Courier-Nachfrage. Es sei der Verwaltung wichtig, das Thema nochmal in die Politik zu geben. Am 15. März steht es auf der Tagesordnung des Bau- und Vergabeausschusses sowie des Sportausschusses. Der Finanzausschuss hat es am 21. März auf der Agenda.

Vom Grundsatz sei beschlossen, den Platz zu bauen. „Aber wir müssen darauf hinweisen, dass sich die finanziellen Voraussetzungen geändert haben durch die Kostensteigerungen“, so Hillgruber. Die Stadt hoffe jetzt auf die höchstmögliche Landesförderung von 250 000 Euro. Hillgruber: „Dann käme es genau hin. Wenn nicht, müssen wir nochmal neu reden.“

Dass es jetzt teurer wird, sei doch klar, sagte der Sportausschussvorsitzende Bernd Delfs (SPD). Ein Grund sei, dass man erlaubt habe, den alten Kunstrasenplatz als Parkfläche bei Fußballspielen des VfR zu nutzen. Delfs: „Darum darf man sich jetzt nicht wundern, dass der Untergrund kaputt ist.“

Delfs monierte einen weiteren Punkt: „Warten, Warten, Warten hat noch nie die Preise gesenkt. Und Bauen scheint in Neumünster zudem immer besonders teuer zu sein.“ Delfs machte aber klar: „Wir stehen nach wie vor zum Bau des Kunstrasenplatzes. Man braucht nur aus dem Fenster zu schauen, um die Notwendigkeit zu erkennen.“ Er hoffe, dass der Platz zum kommenden Winter endlich fertig sei.

Ähnlich argumentierte der Geschäftsführer des Kreissportverbandes, Eggert Rohwer. „Neumünster als Oberzentrum braucht den Kunstrasenplatz. Gerade jetzt im Winter sieht man es und sucht händeringend nach Spielmöglichkeiten“, sagte Rohwer. Ohne den Kunstrasenplatz werde Neumünster den Status als DFB-Stützpunkt für die Nachwuchsarbeit verlieren. Dass die Kosten gestiegen seien, liege am Faktor Zeit und sei auch fachlich begründet. Rohwer: „Wer fördert, der fordert auch übliche Standards. Das heißt, wir müssen nach Din-Normen bauen, und das wird jetzt leider teurer.“ Der KSV hoffe, dass das Land die Zuschüsse gewährt und es losgehen kann.

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