zur Navigation springen
Holsteinischer Courier

21. September 2017 | 08:59 Uhr

Museumsnacht : Kunstgenuss ohne Berührungsangst

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die achte Auflage sorgte am Sonnabend bis Mitternacht für eine volle Innenstadt. Die Besucher schätzten die besondere Atmosphäre .

Neumünster | Ohne Zeit und Interpretationsdruck Kunst genießen und mit Kunstinteressierten zwanglos ins Gespräch zu kommen – das machte auch die achte Museumsnacht in Neumünster am Sonnabend so überaus angenehm. Von 18 Uhr bis Mitternacht hatten zahlreiche Kunstfreunde die Möglichkeit, zwischen 15 Ausstellungen hin und her zu bummeln, Freunde zu treffen, neue Leute kennen zu lernen und sich von den unterschiedlichsten Kunstwerken überraschen zu lassen.

Lebhafter Trubel herrschte vor allem in der Holstenstraße und dem Fürsthof, wo sich viele Ausstellungsräume ballen. „Man kann sich einfach unbedarft treiben lassen. Das macht die tolle Atmosphäre aus“, meinten die Freundinnen Nicole Hauschild und Ulrike Peters aus Neumünster. Sie amüsierten sich beim Betrachten der „Mojo-Chronologie“, die Christian Friedrich in der Holstenstraße präsentierte. Lustige schwarz-weiße Kugelmännchen bildeten da die kulturellen Errungenschaften der Menschheit ab, und jedes Exponat war mit einer humorvollen Erklärung versehen. „Das ist hier nicht so bierernst. Dadurch werden Berührungsängste abgebaut“, fand auch Petra Guddat. Draußen hatten sechs Musiker der Neumünster Session Band spontan ihre Instrumente ausgepackt und für Straßenmusik gesorgt. Ein paar Häuser weiter saßen fünf Frauen fröhlich bei einem Glas Wein auf einer Bank vor der Galerie Dekorat und genossen den Abend.

Es war die Malgruppe um Tatjana Wolfers, die ihre experimentellen Werke ausstellte. „Ich finde es sehr spannend, dass hier so viele Kunstinteressierte unterwegs sind. Und es ist ein guter Rahmen, um Resonanz zu bekommen“, meinte die Malerin Birte Bahr. Die Werkstatt im hinteren Teil des Geschäfts wurde kurzerhand zu einer Bar umfunktioniert. Zwischen Farbtuben und Werkzeugen konnte man in schummerigem Licht bei dezenter Musik zusammensitzen. So taten es auch Pascale von Stülpnagel, Margit von Thun und Tine Becker. „Neumünster wacht auf. Ich wohne seit 20 gerne Jahren hier und finde, es hat sich viel getan“, sagte die gebürtige Französin von Stülpnagel.

Auch die großen Ausstellungen hatten viel Zulauf. Im Museum Tuch + Technik gab es Live-Musik von der Musikschule Neumünster. Passend zur Ausstellung „European Art Quilts VIII“ konnte man an einem Tisch Stoffe selbst bedrucken. Astrid Frevert, die Leiterin des Museums, war rundum zufrieden: „Es war ein toller Abend. Wir hatten etwa 700 Besucher und die Stimmung war super. Gut angenommen wurde auch die letzte Führung durch die Lilli-Marleen-Ausstellung.“ Außerdem hatte der Spinnkreis Tungendorf seine Spinnräder aufgestellt. Fleißig trat Schäfer Peter Furck das Pedal und stand dabei Rede und Antwort. Kenny Lipasso aus Krogaspe hat sich mit dem freundlichen „Spinner“ unterhalten und bekannte: „Ich wusste nicht, dass man auch aus Hundehaar Wolle machen kann.“

Gut besucht war auch die Gerisch-Stiftung: „Es war richtig viel los und die Leute waren begeistert. Allein an der nächtlichen Führung beteiligten sich 50 Besucher“, erklärte Pressesprecher Wolf Jahn. Vor der Villa Wachholtz saßen zahlreiche Besucher entspannt im Freien und genossen Frisches vom Grill und leckere Getränke. „Viele Gäste schlenderten auch durch den Skulpturenpark. Der ist momentan besonders reizvoll, da Azaleen und Rhododendren in voller Blüte stehen“, so Jahn.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen