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Kunstaktion : Kunst-Weihnachtsbaum an der Böcklerschule

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kfz-Azubis schufen eine besondere Skulptur als Geschenk für den Courier / Sie wurde an die Hans-Böckler-Schule für ein Kunstprojekt gestiftet

shz.de von
erstellt am 16.Dez.2016 | 15:30 Uhr

Neumünster | Ein Weihnachtsbaum der „etwas anderen Art“ steht jetzt auf dem Schulhof der Hans-Böckler-Schule am Elchweg: Der Stamm „wächst“ aus einer Felge, Auspuff- und Stahlrohre sind die Äste, und an ihnen „blühen“ ein Kühlergrill und Stoßdämpfer-Spiralfedern. „Schon ein bisschen verrückt, aber die Schüler betrachten das Ganze neugierig“, sagt Dominik Janke, stellvertretender Schulleiter.

Das Kunstwerk hat eine besondere Geschichte: Ursprünglich war es ein Geschenk des Autohauses Lensch an den Holsteinischen Courier zum Einzug in das neue Verlagshaus am Kuhberg 34, sprengte allerdings die räumlichen Dimensionen – und wurde zum Objekt eines besonderen Kunstprojekts des Museumspädagogen der Gerisch-Stiftung, Wilhelm Bühse, und der Kunstklasse der Böckler-Schule. „Wir waren sprachlos“, erinnerte sich gestern sh:z-Verlagsleiter Mathias Kordts an die Übergabe der Lensch-Skulptur. Arne Joswig, der mit seinem Bruder Dr. Hartmut Joswig das Autohaus führt, hatte den Azubis eine ausgefallene Idee vorgegeben, aus Schrott ein Objekt zu gestalten. Florian Mansfeldt (19), Kfz-Mechatroniker-Azubi im dritten Jahr, machte sich mit zwei Kollegen ans Werk. Über den Kontakt zu Gabi Wachholtz vom Verein zur Förderung der Kunst entstand die Idee aller Beteiligten, die ungewöhnliche Skulptur der Böckler-Schule zu stiften, an der Bühse ein seit fünf Jahren laufendes Projekt zum Thema Kunst und Müll und der Rückführung von scheinbarem „Müll“ der Wohlstandgesellschaft in Form von Kunst organisiert. Die 15 Schüler der Kunst-Klasse aus dem zehnten Jahrgang besuchten die Recycling-Firma Behrendt, entdeckten viel Wertvolles und Wiederverwendbares – nun hängen an der Autohaus-Skulptur auch Gabeln, filigrane stählerne Schildchen und dekorative Kettchen. „ Das Projekt greift einen Trend auf, denn es gilt als schick, aus Altem etwas Neues zu machen, aus Paletten Sitzmöbel oder aus alten Weinkisten Regale. Die Schüler setzen sich mit Kunst auseinander und machen selbst etwas“, lobte der Schulleiter. Kunstlehrerin Jessica Beck begleitet die Aktion: „Wir drehen den bekannten Spruch um und fragen: Kann das weg oder ist das Kunst? Wenn das Bewusstsein für den Wert der Dinge da ist, sind wir einen Schritt weiter.“ Bühse stellte anerkennend fest: „Diese Schule ist sehr innovativ.“

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