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Auszeichnung : Kunst-Verein zeichnet erstmals Ehrenmitglieder aus

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Dr. Gisela Wachholtz (95) und Dr. Christa Buchwald (80) wurden vom Verein zur Förderung der Kunst geehrt

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2016 | 09:00 Uhr

Neumünster | In alten Fabrikgemäuern ungewöhnliche Kunst entdecken, ausgefallene Installationen in Kellergewölben erleben, Kreatives in verfallenen Industriegebäuden: Das waren die spektakulären Nordskulptur-Ausstellungen 1995 und 1999 – in der alten Holsten-Brauerei und der von Zerfall gezeichneten Sager-Fabrik. Diese ungewöhnlichen Kunst-Happenings waren der Initiative von Dr. Gisela Wachholtz, des Vereins zur Förderung der Kunst und der inzwischen verstorbenen Galeristin Ilse Zielke zu verdanken. Gisela Wachholtz (95) wurde jetzt für ihre Verdienste zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt, ebenso Dr. Christa Buchwald (80). Das war eine Premiere.

Die Vereinsvorsitzende Babett Schwede-Oldehus hielt am Donnerstagabend auf der Mitgliederversammlung mit Weihnachtsfeier die Laudatio auf die frühere Courier-Verlegerin, zeichnete das ungewöhnliche Leben der zweifachen Bundesverdienstkreuz-Trägerin nach. Gisela Wachholtz übernahm nach dem unerwarteten Tod ihres Mannes Ulf den Courier-Verlag – „das in einer Zeit, in der Frauen in Führungspositionen keineswegs selbstverständlich waren“, so die Vorsitzende. Sie würdigte vor allem die große Passion und den Einsatz von Gisela Wachholtz für Kunst und Kultur als erste Vorsitzende des Vereins, als Mitinitiatorin der Nordskulpturen – die dritte unter Regie von Schwiegertochter Gabi Wachholtz widmete sich 2007 dem Thema Licht – und als Organisatorin vieler interessanter Ausflüge für die Vereinsmitglieder inklusive Picknicks. „Sie haben es geschickt verstanden, ein kulturell hochwertiges Programm zu bieten und ein geselliges Vereinsleben zu pflegen“, so Babett Schwede-Oldehus.

Auf das zweite Ehrenmitglied, Dr. Christa Buchwald, hielt Gabi Wachholtz die Festrede. „Mit dem Jugendmusikwettbewerb der Stadt wurde höchste Kulturförderung betrieben, das ist beeindruckend und einzigartig“, zollte sie dem jahrzehntelangen Engagement Christa Buchwalds ein großes Lob. Seit 1992 hat sie auch das Projekt Hospiz-Initiative und Palliativstation im FEK vorangetrieben, um es Menschen zu ermöglichen, in Würde zu sterben – „zu einer Institution, die nicht mehr wegzudenken ist“. Auch dass das Caspar-von-Saldern-Haus einer öffentlichen Nutzung übergeben wurde, sei ihr Verdienst: „Wir ziehen den Hut vor so viel bürgerlichem Engagement.“ Sie erinnerte auch an den Einsatz der Geehrten für die Stadthalle: „Kunst, Musik und Theater wurden nicht auf den persönlichen Genuss beschränkt, sondern allen Bürgern wurde der Zugang ermöglicht.“

Der neue Kultur-Stadtrat Carsten Hillgruber war zu Besuch und lobte das Wirken des Vereins: „Viele wichtige und beeindruckende Dinge wurden von Ihnen angestoßen, die Lichtkunst am Museum ist heute noch sichtbar. Sie fördern die Jugend, Musik und bildende Kunst. Sie sind ein wichtiger Faktor für die Kunst. Gut, dass die Stadt so einen Partner hat.“

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