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„Kultournacht“ : Kunst und Kultur warten an jeder Ecke

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

18 Veranstalter überraschten mit einem breiten Spektrum an Kunstbetrachtung

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2017 | 08:30 Uhr

Neumünster | Und da sage noch mal jemand, in Neumünster sei nichts los! Am Sonnabend wurden notorische Zweifler eines Besseren belehrt. Gruppen fröhlicher kunst- und kulturinteressierter Menschen waren von 18 Uhr bis Mitternacht unterwegs, um Neues zu entdecken, sich vom kreativen Angebot der 18 Kultournacht-Veranstalter inspirieren zu lassen oder um ganz einfach mal wieder alte Bekannte in lockerer Atmosphäre zu treffen.

Neun Jahre firmierte das jährlich stattfindende Event unter dem Namen „Museumsnacht“, in diesem Jahr brachen die Besucher erstmals zu einer „Kultournacht“ auf. Der neue Name wird der Veranstaltung weitaus gerechter. Denn neben der Betrachtung Bildender Kunst, erfreuten sich die Besucher im Museum Tuch + Technik an den heißen Rhythmen des Tocando Samba-Ensembles, erlebten sie, wie der Künstler Jürgen Baum im Galerierestaurant Kontraste „behandlungsbedürftigen“ Bildern vor den Augen der Besucher zu einem neuen Antlitz verhalf oder beteiligten sich an der Versteigerung von Werken des Künstler-Stammtisches Schleswig-Holstein. Dessen Mitglieder hatten einen Neumünsteraner Makler überzeugen können, ihnen den leerstehenden Laden in der Lütjenstraße 8 für einen Abend zur Verfügung zu stellen. Wo noch vor kurzem Sportartikel über den Ladentisch gingen, herrschte vorgestern Abend buntes Treiben. Wände voller Kunst und mittendrin begeisterte Besucher. „Eine tolle Idee“, hieß es von allen Seiten. Schwellenangst vor Bildender Kunst? Fehlanzeige! Ein bestens aufgelegter Auktionator brachte den Besuchern während der stündlich stattfindenden amerikanischen Versteigerungen zu Gunsten der FEK-Kinderklinik interessante Kunst auf sehr sympathische Art näher.

Der Kulturverein Dada am Waschpohl (KDW) war in diesem Jahr das erste Mal dabei. „Als Beate Ginzel und Christa Landig uns fragten, ob sie im KDW ausstellen können, haben wir spontan zugesagt“, meinten Bruno Narnbach und Barbara Geisler. Die beiden Organisatoren holten die Neumünsteraner Musikerin Tina Jensen mit ins Boot und freuten sich über den großen Zuspruch einer gelungenen Premiere.

Mit der Frage „Nur Schatten?“ konfrontierten die Mitglieder von Art & Vielfalt ihre Gäste im Caspar-von Saldern-Haus. Passend zum Thema zelebrierten Tatjana Großkopf, Andrea Marwede und Barbara Schael Schattenspiele im Gewölbekeller des alten Hauses.

Kunst und Kultur – da darf das Kulinarische nicht fehlen. Viele Veranstalter boten ihren Gästen Snacks und Getränke in lockerer Atmosphäre an. „Das ist ja das Schöne an der Kultournacht“, sagte Ingrid Bauer. „Man lässt sich treiben, flaniert von einem Event zum nächsten und kann sicher sein, überall Bekannte und Freunde zu treffen“, meinte die Neumünsteranerin. Spätabends traf man sich bei Dekorat. Ab 22 Uhr standen hier die „Acoustic Gentlemen“ auf der Bühne. Trotz des großen Besucherandrangs hatten die Dekorat-Leute bei den Eintrittsgeldern wohl das Nachsehen. Denn nach wie vor gilt: Gäste der „Kultournacht“ erhalten beim Besuch der ersten Station einen Stempel, mit dem sie bei allen weiteren Orten freien Eintritt haben. Über diese Regelung sollten die Veranstalter beim nächsten Mal noch einmal nachdenken.

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