Wattenbek : Kunst lockte ins Schalthaus

Karen Thilo-Naß aus Neumünster präsentierte ihre Bildern „Große Schatten-Kleine Schatten“ (links) und „Erinnerung an Florenz“.
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Karen Thilo-Naß aus Neumünster präsentierte ihre Bildern „Große Schatten-Kleine Schatten“ (links) und „Erinnerung an Florenz“.

Die 19. Schau inspirierte etwa 500 Besucher.

shz.de von
06. Februar 2018, 13:00 Uhr

Wattenbek | An den zwei Tagen auf der 19. Wattenbeker Kunstausstellung im Schalthaus tummelten sich 500 Besucher. Wie immer entschied das Los darüber, wer von den zahlreichen engagierten und talentierten Künstlern aus der Umgebung für die Schau ausgewählt wurde. Und so hatten es diesmal 16 Maler und 7 Holzbildhauer geschafft, ihre Werke zu präsentieren.

Die Malerei nahm großen Raum ein: Ausgefallene, schöne und manchmal auch experimentelle Gemälde zierten die sonst so nüchternen und funktionalen Wände des Schalthauses.

Beim Betrachten der Werke von Karen Thilo-Naß aus Neumünster kam einem sofort ein Name in den Sinn: Hundertwasser. Aus einzelnen Elementen konstruierte und sehr logisch aufgetürmte Collagen vermittelten den Eindruck einer bunten Fantasie-Stadt, in der die Träumerei ihren Stammplatz hat. „Meine Bilder sind Produkt einer Erlebniswelt, in deren Mittelpunkt die Verarbeitung von positivem und negativem Gedankengut steht“, erklärte sie ihren Ansatz. Einen fertigen Plan habe sie vorher nicht im Kopf und auch ein alter Eislöffel kann dann seinen Sinn im träumerischen Gebilde haben.

Farbige Ästhetik mit spirituellem Hintergrund gab es bei Gudrun Honisch aus Langwedel zu entdecken. Ihre Mandala-artigen Kreise bestechen durch wohltemperierte und heimelige Farben und schienen in Bewegung zu sein, was sich mit dem Grundverständnis der Künstlerin von Geometrie deckt. „Der Kreis hat kein Anfang und kein Ende, aber immer eine Mitte“, erklärte sie. Unweigerlich fühlte sich der Betrachter ihrer Bilder in eine interessante Schwingung versetzt.

Nicht festlegen auf Kunst oder Handwerk möchte sich Mareike Schereika aus Eckernförde. Mit großer Affinität zur mittelalterlichen Epoche gestaltet die gelernte Bildhauerin immer wieder historisch inspirierte Wappen, wie den bereits preisgekrönten „Goldenen Schwan“ oder den „Phönix“.

Aber auch ihre knorrige und urwüchsige „Wellkamm-Schnecke“ machte etwas her. Gefertigt aus Buche und Eiche wirkte sie auf den Betrachter schön rustikal und trotzdem verspielt.

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