Rickling : Kunst als Brücke zum Leben

Die Kunst kann viel Licht in das Leben der Patienten bringen, hieß es zur Einweihung des neuen Kunsthauses. Das ist im lichtdurchfluteten Foyer und den angrenzenden Arbeitsräumen des neuen Ricklinger Kunsthauses spürbar.
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Die Kunst kann viel Licht in das Leben der Patienten bringen, hieß es zur Einweihung des neuen Kunsthauses. Das ist im lichtdurchfluteten Foyer und den angrenzenden Arbeitsräumen des neuen Ricklinger Kunsthauses spürbar.

Der Landesverein für Innere Mission hat in Rickling ein neues Kunsthaus eingeweiht.

shz.de von
15. Juli 2018, 07:30 Uhr

Rickling | Zehn Jahre Ideen, Erfahrungen mit Kunst in der Therapie psychisch erkrankter Menschen haben zur Öffnung des neuen Kunsthauses mitten in der parkähnlichen Anlage des psychiatrischen Zentrums geführt. 2,7 Millionen Euro wurden investiert. „Hier ist ein Haus entstanden, das so wohl seinesgleichen suchen kann“, meinte Claus von See, Geschäftsführer des Landesvereins. Viele Menschen bis hin zu den Betreuern, Patienten und Künstler waren an der Entstehung des Hauses beteiligt.

21 wabenförmige Räume umschließen den zentralen lichtdurchfluteten Kuppelraum des Gebäudes. Alles ist miteinander verbunden, bildet einen Raum, der Arbeiten und Begegnung auf vielen Ebenen gestattet. Im Keller des 824 Quadratmeter großen Baus ist Platz für den Aufbau eines Archivs und die Aufbewahrung unterschiedlichster Ausstellungen. 90 Patientenplätze gibt es in den etwa 30 Quadratmeter großen Wabenräumen. 175 Plätze bietet das großzügige Foyer für Veranstaltungen und Ausstellungen.

Präsentationen soll es voraussichtlich mehrmals im Jahr geben. Im neuen Foyer gibt es eine Dauerausstellung. „Auch eine Zusammenarbeit mit ehemaligen Patienten oder aktuellen Künstlern aus der Region ist vorstellbar“, sagte Pressesprecherin Regina Rocca. Der Wert der hier zusammengeführten ergotherapeutischen und künstlerischen Arbeit sei kaum in Geld zu messen, waren sich Pastor Andreas Kalkowski, Direktor des Landesvereins, Claus von See, Nikolas Kahlke, Leitender Chefarzt des Psychologischen Zentrums, Hans-Joachim Schwarz, ehemaliger Leitender Chefarzt und auch Landesbischof Gerhard Ulrich bei der feierlichen Einweihung einig. „Die künstlerische Arbeit als Teil der Therapie kann nicht nur Brücken zur Gesellschaft bauen, sondern auch zu den Patienten selbst. Dieser Wert ist kaum zu schätzen“, sagte Nikolas Kahlke. „Die Kunst kann helfen, wieder leben zu lernen“, lautete die Botschaft zum neuen Kunsthaus. Dazu gehört auch der Flügel, der im neuen Foyer einlädt, auch einmal etwas andere Töne anzuschlagen. Der Flügel aus dem alten Maleratelier musste nach einer Petition der Patienten bleiben und zog mit in das neue Haus.

Am Eröffnungsmorgen wurde der Flügel noch frisch gestimmt. Dann durfte Pianist Philipp Otterstein die rund 100 Gäste zur Einweihung begrüßen. Zur Einweihung präsentierten auch über 30 Patienten und Künstler Werke aus ihrer Arbeit, die jetzt im Foyer zu sehen sind.



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