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Gebühr für Plastiktüten : Kunden setzen auf Mehrwegtaschen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Viele Geschäfte in der Stadt erheben künftig eine Gebühr auf Plastiktüten. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus.

Neumünster | Der Plastiktüte geht es an den Kragen: Mehr als 260 Unternehmen in Deutschland haben sich selbst verpflichtet, ab Juli Geld für die Tragetaschen aus Kunststoff zu verlangen. Auch in Neumünster beteiligen sich viele Geschäfte, darunter vor allem große Ketten wie Aldi, C  &  A oder der Drogeriemarkt DM. Andere Läden in der Stadt sind dagegen noch unentschlossen, wie sie mit dem Thema umgehen werden.

Bei Karstadt ist die Entscheidung bereits gefallen. „Wir nehmen seit dem 1. März Geld für Plastiktüten, der Preis variiert je nach Größe. Bei uns war das Thema überhaupt keine Diskussion. Wir wollten nicht die letzten sein, die umstellen, sondern ganz vorne mitmarschieren“, sagt Filialgeschäftsführer Hans-Werner Schmidtmann. Die Reaktionen der Kunden seien sehr gut, versichert er: „Es sind keinerlei Beschwerden aufgelaufen. Das Umweltbewusstsein der Menschen ist anscheinend sehr ausgeprägt.“ Das bestätigt auch Mitarbeiterin Monika Studt: „Mittlerweile hat sich die Situation gut eingespielt. Wir beobachten, dass ein Großteil der Kunden eine eigene Tasche dabei hat.“

Bei Nortex wird dagegen noch überlegt, wie man künftig mit der Situation umgeht. „Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, ob wir Geld für Plastiktüten nehmen werden oder nicht, die Tendenz geht allerdings dahin. Sollten wir uns dafür entscheiden, werden wir das Geld auf jeden Fall spenden“, sagt Geschäftsführerin Ingrid Först. Nortex bietet bereits seit Längerem Polyethylentüten an, die recycelbar sind und mehrfach verwendet werden können. „Unsere Kunden haben zudem die Möglichkeit, die Tüten wieder an uns zurückzugeben“, sagt Ingrid Först.

Gerd Hauberg, Geschäftsführer von Sport Hauberg am Kuhberg, hat bislang ebenfalls noch keine Entscheidung getroffen: „Wir warten erstmal ab, wie das Thema in anderen Geschäften gehandhabt wird, und reagieren dann.“ Auch er hat in den vergangenen Monaten beobachtet, dass mehr Kunden auf eigene Taschen zurückgreifen: „Das ist in den Köpfen verankert.“

In der Flora-Apotheke am Kuhberg müssen Kunden seit dem 1. April zehn Cent für eine Plastiktüte zahlen. Stoffbeutel werden für 50 Cent angeboten. „Es ist uns schon länger gegen den Strich gegangen, alles in Plastik zu wickeln“, sagt Mitarbeiterin Elke Clausen. Die Reaktionen der Kunden sind unterschiedlich: „Wenn ich sage, dass eine Tüte zehn Cent kostet, höre ich oft den Satz ‚Ach, dann habe ich doch noch Platz in meiner Tasche‘“, berichtet sie. Die meisten fänden die Änderung jedoch positiv. „Manche sagen aber auch ‚Jetzt habe ich so viel gekauft und muss auch noch für die Tüte zahlen‘. Dann packe ich meistens noch ein paar Süßigkeiten dazu“, sagt Elke Clausen.

Dirk Döring-Hanek, Geschäftsführer der Buchhandlungen Hieronymus und Lübbert, hat bislang noch keine Entscheidung gefällt. „Unsere Kunden haben ein komplettes Rückgaberecht auf Bücher. Wenn die allerdings einmal nass geworden sind, sind sie unbrauchbar. Unsere Tendenz geht dahin, Tragetaschen zu einem subventionierten Preis anzubieten, die mehrfach verwendbar sind. Ich halte nichts davon, Plastiktüten für zehn Cent zu verkaufen, weil das der Umwelt nicht zu Gute kommt und zu Lasten des Kunden geht.“

Jan Meifert, Chef der Meyers Edeka-Märkte, hat die Plastiktüten bereits im Februar vergangenen Jahres komplett aus seinen Läden verbannt. Er gilt seitdem in Norddeutschland als Vorreiter eines ökologisch „sauberen“ Supermarkts.

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erstellt am 29.Apr.2016 | 16:00 Uhr

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