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Kunstflecken : Kulturfestival bekennt politisch Farbe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Länderschwerpunkt ist Nordamerika / Hochkarätige Musiker sind zu Gast / Auch lokale Kulturinstitutionen organisieren Auftritte

Neumünster | In Zeiten, in denen US-Präsident Donald Trump sein Land abschottet und sich isolationistisch gibt, will der 19. Kunstflecken ein Zeichen für „Kultur first“ setzen: „Die weltpolitische Lage ist turbulent, wir wollen uns politisch positionieren“, sagt Kulturbüro-Leiterin Johanna Göb. Mit dem Länderschwerpunkt Nordamerika und Kanada demonstriert der Kunstflecken vom 8. September bis zum 1. Oktober die musikalische Vielfalt, die durch die Fusion unterschiedlicher Kulturen entstanden ist.

Weitere Schwerpunkte des Kulturfestivals sind Kabarett, Kultur für junges Publikum („Flecken-Donner“) sowie das 30-jährige Bestehen des Künstlerhauses (Stadttöpferei), das mit zwei Ausstellungen gefeiert wird; ebenfalls fester Bestandteil des Kunstfleckens sind Konzerte mit lokalen kulturellen Partnern.

„Das Prinzip des Schmelztiegels aus Jazz, Blues und Rock ist der Klang einer offenen und multikulturellen Gesellschaft“, sagte Johanna Göb. Sie stellte mit Stadtrat Carsten Hillgruber, ihren Mitarbeiterinnen Sünne Höhn und Agnes Trenka sowie Svenja Lanz von der NDR 1 Welle Nord das Programm des Kulturfestivals vor.

Durchaus stolz sind die Festivalmacher auf das Konzert mit einem der einflussreichsten Jazzmusiker der Gegenwart, dem Kontrabassisten Christian McBride (15.9.), einem fünffachen Grammy-Gewinner und „musikalischen Verführer“ (Göb). In dieselbe Riege gehört die Texanerin Ruthie Foster (1.10.). Die siebenfache American-Blues-Award-Preisträgerin singt in der Tradition der amerikanischen Südstaaten den Blues als „eine musikalische DNA der USA“. Eine erfolgreiche Newcomerin ist Alejandra Ribera (30.9.). Sie lebt in Montreal und Paris, ist eine musikalische Weltbürgerin und singt auf Englisch, Französisch und Spanisch eine Mischung aus Folk, Pop und Jazz.

Weitere Schwerpunkte des Festivals bilden die Bestseller A-cappella-Musik und Kabarett. Freuen darf sich das Publikum auch auf die ungarische Formation „Jazzation“ (28.9.) mit Swing und Jazz-Klassikern. Mit Philipp Scharrenberg ist bei „Kabarett am Werk“ in der Werkhalle ein verbaler Tausendsassa und der amtierende deutschsprachige Poetry-Slam-Meister zu Gast (16.9.).

Seit neun Jahren ist der NDR ein fester Kooperationspartner des Kunstfleckens. Bei „Platt live!“ (27.9.) werden alle Akteure vom Einzelkünstler bis zur Band den Charme der plattdeutschen Sprache demonstrieren. Auf der Bühne sind die Friesin Norma, das Duo Jan Graf und Christoph Scheffler mit plattdeutschen Volksliedern sowie die Band Farvenspeel und die „plattdeutschen Handwerker“ Drangdüwels. Mit ihrem speziellen Witz wird die Klappmaulpuppe Werner Momsen für viel Gelächter sorgen.

„Der Kunstflecken ist eine ganz wichtige Veranstaltung für das Image der Stadt, aber auch als Leuchtturm fürs Land“, lobte Carsten Hillgruber. Traditionell wird das Festival mit der „Art-Tour“ am 8. September um 19 Uhr starten und um 21 Uhr in der Werkhalle mit einem Konzert von Tom James enden (Eintritt frei). Alle Infos gibt es unter www.kunstflecken.de. Der Vorverkauf startet am Montag, 3. Juli, im Kulturbüro am Kleinflecken, Tel. 9 42 33 16. Achtung: Das Konzert „Lemon Bucket“ (9.9.) fällt aus.

Neben den großen Stars sind auch die lokale und die regionale Kulturszene beim 19. Kunstflecken stark vertreten. Im Mittelpunkt steht das 30-jährige Bestehen des Künstlerhauses am Fürsthof, das mit zwei großen Ausstellungen gefeiert wird.

Unter dem Titel „Made in Neumünster“ zeigt Danijela Pivaševic-Tenner, in deren Händen die Geschicke der  Stadttöpferei seit acht Jahren liegen, in der Papierfabrik eine Auswahl der Werke der rund 50 ausländischen Gastkünstler, die hier entstanden sind. Mit der Papierfabrik wird ein geschichtsträchtiger Standort wiederbelebt:  Seit zehn Jahren fand der Kunstflecken dort nicht mehr statt. „Dank der Eigentümer Gabi und Uli Wachholtz können wir da jetzt wieder etwas zeigen“, sagte Johanna Göb

Die zweite Ausstellung „Ton-Archiv“ in der Bürger-Galerie zeigt Werke  von Danijiela Pivaševic-Tenner und der Kieler Keramikkünstlerin Anke Müffelmann. Gewürdigt wird damit auch das Engagement von Pivaševic-Tenner: „Sie hat die Stadttöpferei zu einem international gefragten und einzigartigen Treffpunkt für zeitgenössische keramische Kunst gemacht“, betonte Sünne Höhn vom Kulturbüro. Beide Ausstellungen werden auf  der Art-Tour eröffnet. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ausstellungen im Zentrum.

 Erneut ist der Kunstflecken Ort für die Verleihung des Jazzförderpreises (14.9.). Im Vorprogramm tritt die Bigband der Immanuel-Kant-Schule auf. Wortakrobaten wetteifern beim  Poetry Slam miteinander (21.9.); mit Mona Harry ist die erfolgreichste Poetin auf deutschen Bühnen zu Gast, auch bekannt durch ihr „Liebesgedicht an den Norden“.

Erneut findet der Landesentscheid des „Local Heroes“-Bandwettbewerbs in der Werkhalle statt (22.9.). Fünf junge Bands spielen Musikstile von Akustik-Pop bis Hardrock und wetteifern um den Siegertitel.  Als spezieller Gast  tritt das Neumünsteraner Duo „Imke and J“ auf.

Die ganze Innenstadt wird bei „Ba-Da-Boom“ (9.9.) voller Musik vom Chor bis zur Punkband sein. Nach einem Jahr Zwangspause ist das Straßenmusik-Festival gerettet und schmückt den Kunstflecken.

Kultur ist auch lokal fest verankert und gehört mit zum Festival. Den Auftakt macht der Förderverein Volkshaus Tungendorf mit den Gitarristen von Café del Mondo, einer Truppe, die sich dem feurigen Flamenco verschrieben hat (10.9.). Der Bach-Chor  präsentiert zum 450. Geburtstag des Komponisten Monteverdi dessen   Marienvesper (17.9.) mit Solisten aus ganz Deutschland.

 Der Förderverein des Saldern-Hauses hat  Balti-Canto eingeladen (23.9.); das Ensemble um den  Neumünsteraner Bariton Tim Stekkelies wird unter dem Titel „Garden of Delights“ eine spannende Mischung aus Barockwerken und irischen Folksongs präsentieren. Und der Jazz-Club hat mit „The Boss City-Trio“ eine virtuose Jazz-Band gewonnen (29.9.), die ihr Vorbild Wes Montgomery ehrt.

Der Kunstflecken wird wieder vom Holsteinischen Courier präsentiert.

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erstellt am 01.Jul.2017 | 12:30 Uhr

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