Ausstellung „Lichtschwimmer“ : Kultur zwischen Gleisen und Backstein

Ganz entspannt sitzt Veranstalter Nico Anderesen vor einem dekorierten Baum.
Ganz entspannt sitzt Veranstalter Nico Anderesen vor einem dekorierten Baum.

Auf dem Gelände des Lokschuppens fand die temporäre Kunstausstellung „Lichtschwimmer“ statt.

shz.de von
07. Juli 2015, 07:45 Uhr

Neumünster | Der Kulturlokschuppen nimmt Fahrt auf. Am Sonnabend veranstalteten der Kieler Nico Anderesen und sein Team die temporäre Kunstausstellung „Lichtschwimmer“ auf dem ehemaligen Bahnbetriebswerk an der Brückenstraße. Rund 70 Besucher fanden den Weg zu der Veranstaltung, die für Organisator Anderesen bereits die vierte ihrer Art war. Die ersten drei Ausstellungen fanden in der Kieler Lessinghalle statt.

Für den Verein Kulturlokschuppen hatte die Veranstaltung Premierencharakter: Mit dem Fest war es dem Verein, der seit November letzten Jahres offizieller Mieter des 10 000 Quadratmeter großen Geländes ist, erstmals gelungen, einen auswärtigen Veranstalter zu gewinnen. Und der war voll des Lobes. „Der Standort und das Gelände sind genial“, sagte Anderesen. „Man kann es aus allen Himmelsrichtungen problemlos erreichen, es gibt Parkmöglichkeiten, und vor allem herrscht hier eine Atmosphäre, die ihresgleichen sucht“, meinte der Kieler Kulturveranstalter mit Blick über die alten Gleise, die historischen Backsteingebäude und die hohen Schornsteine im Hintergrund.

Eigens für die „Lichtschwimmer“ hatten Nico Anderesen und seine vielen ehrenamtlichen Helfer aus Neumünster, Kiel und Flensburg große Sofas aus Paletten gezimmert, Feuerschalen aufgestellt, Bäume mit Leuchtmitteln dekoriert und eine Bar aufgebaut.

„Das Gelände mit seinem urbanen Charme muss unbedingt erhalten bleiben“, erklärte Silke Biedermann ihr freiwilliges Engagement bei den Aufbauarbeiten. Die Idee, hier eine neue Art der Kultur zu installieren, gefalle ihr sehr gut, sagte die Neumünsteranerin. Oder um es mit den Worten Anderesens auszudrücken: „Der perfekte Ort für Kultur jeglicher Art“.

Das sahen die Feuerkünstler von „Harlekin on fire“, der Lichtkünstler Sebastian Gottheit („Ein Licht unter vielen“) und der Illustrator Marcel Hermann („Human Flashboy“), die allesamt nach Neumünster gereist waren, um ihre Kunst während der „Lichtschwimmer“ zu präsentieren, genauso.

Auch wenn das aufziehende Gewitter den Veranstaltern einen Strich durch die Rechnung machte - entmutigen ließen sie sich nicht. „Die ,Lichtschwimmer‘ sind für uns eine Art Warming-Up“, meinte Nico Anderesen in Hinblick auf das von ihm geplante „Sterntaucher Kulturfestival“ (Skufe). Vom 7. bis zum 9. August heißt es auf dem Gelände des Kulturlokschuppens: Bühne frei für Musik, Theater, Kunst und Kreativität.
 

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