zur Navigation springen

Volkshochschule : Kultur und Sprache für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein Projekt der Volkshochschule half 20 jungen Flüchtlingen, sich in ihrer neuen Heimatstadt zurechtzufinden.

Neumünster | Knapp 20 jugendliche Flüchtlinge haben am Donnerstag in der Volkshochschule (VHS) ein Projekt beendet, das ihnen helfen soll, eine allererste Orientierung in ihrer derzeitigen Heimatstadt Neumünster zu erhalten. Das Starterpaket für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein (Staff) richtet sich an Flüchtlinge, über deren Aufenthaltsstatus noch nicht entschieden ist. Diese Menschen haben nämlich keinen Anspruch, an Integrationskursen des Bundes teilzunehmen.

„Es geht in dem Projekt um den kulturellen Hintergrund der Stadt und um nützliches Deutsch, das sofort einsetzbar ist“, erklärte der Leiter der VHS, Dr. Björn Otte. Daher war ein großer Teil des 100 Stunden umfassenden Projekts die Begehung wichtiger Einrichtungen vor Ort. „Wir haben zum Beispiel am Bahnhof geschaut, wie ein Fahrkartenautomat funktioniert und wie man einen Fahrplan liest“, erläuterte Safira Gharib-Steinert, die die Gruppe zehn Wochen theoretisch und praktisch geschult hat. Neben ersten Redewendungen und Besuchen in Geschäften, auf dem Wochenmarkt, im Krankenhaus und Theater war der Dozentin wichtig, dass die jungen Leute „erst einmal die Werte kennenlernen, die hier herrschen“. „Ich wollte Respekt und Achtung vor der Würde eines jeden vermitteln“, erklärte sie.

Safira Gharib-Steinert lobte die Jugendlichen, die ohne ihre Eltern in Neumünster leben: „Ihr habt euch so viel Mühe gegeben, wart immer höflich, und euer Engagement war bewundernswert.“ Allerdings hapere es noch an der deutschen Pünktlichkeit.

Ali (17) ist aus Afghanistan geflüchtet und ist seit einem Jahr und drei Monaten in Neumünster. Er hat ein Zertifikat für die Teilnahme an dem Projekt erhalten und wünscht sich für die Zukunft: „Ich möchte gerne die Schule besuchen und danach arbeiten.“

Da die Teilnehmer überwiegend minderjährig sind, arbeitet die VHS mit der Jugendhilfe Iuvo aus Neumünster zusammen. Seit 2013 gibt es das Projekt an derzeit 33 Volkshochschulen in Schleswig-Holstein, doch Monika Peters vom Landesverband der Volkshochschulen stellte vorsichtig in Aussicht: „Voraussichtlich wird Staff im nächsten Jahr weiter geführt.“

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen