zur Navigation springen

Kinobühne : Kult-Kino geht in die sechste Runde

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kinobühne: Familiengeschichten, „Green-Screen“-Naturfilme und Teenager-Drama / Jeder Film wird erneut zweimal gezeigt

shz.de von
erstellt am 31.Okt.2015 | 11:30 Uhr

Neumünster | Cineasten dürfen sich auf diverse Film-Leckerbissen freuen: Die Kultveranstaltung Kinobühne startet im November in ihre sechste Saison. Johanna Göb, Leiterin des Kulturbüros, und Arne Sommer von der Kulturellen Filmförderung Schleswig-Holstein stellten gestern das Programm vor und freuten sich, dass sich ein Stück Kinokultur etabliert hat. Sommer: „Das ist etwas Besonderes, dass es so vielleicht noch in Hamburg und Berlin gibt.“

Bewährt hat sich nach dem „Alles-ausverkauft“-Erfolg 2014 die zweifache Vorführung jedes Films. „Das Publikum war glücklich, die Situation ist so entspannter. Wir haben so auch neue Besucher gewonnen“, sagt Johanna Göb. Filmexperte Sommer sieht vor allem den direkten Austausch der wissbegierigen Zuschauer mit Regisseuren und Produzenten als einen Gewinn: „Die Filmemacher kommen nach Neumünster und erwarten nicht viel – und fahren dann schwer beeindruckt wieder nach Hause.“

Sechs ganz verschiedene Filme oder Filmpakete haben die Organisatoren zusammengestellt. Den Auftakt macht am 17. November „About a Girl“ von Mark Monheim mit Jasna Fritzi Bauer als selbstmordgefährdete Pubertierende Charleen und Heike Makatsch als ihre chaotisch-liebenswerte Mutter. Der Film wurde als bester europäischer Jugendfilm in Frankfurt ausgezeichnet. „Das ist eine schwarze Komödie, ein witzig-schonungsloser Blick auf das Jungsein und Erwachsenwerden“, so Sommer. Produzent Martin Rehbock aus Lübeck ist vermutlich vor Ort.

Es folgt am 15. Dezember die „Filmtournee unterwegs“ – die beliebte Kurzfilmrolle mit Moderator Claus Oppermann, der sein aufmerksames Publikum mit Ahoi-Brause belohnt. Zu sehen sein werden unter anderem „Marga und der Wal“, der den gestrandeten Wal auf Sylt thematisiert, und das mehrfach preisgekrönte Werk „Draußen ist, wo Du nicht bist“. Auf besondere Spurensuche begibt sich Filmemacher Jonas Rothlaender am 26. Januar mit seinem Film „Familie haben“, der die Zerwürfnisse in der eigenen Familie unter die Lupe nimmt. Im Fokus ist sein Großvater Günther, der das Familienvermögen durchgebracht hat und den er nach jahrzehntelangem Schweigen in einem Altersheim in der Schweiz trifft – ein schonungsloser Blick auf Familienstrukturen und ein Portrait dreier Generationen.

Traditionell ist auch das „Green Screen“-Filmfestival am 23. Februar mit Preisträgern zu Gast bei der Kinobühne. Zu sehen sind die beste unabhängige Produktion „Shark Girl“, ein faszinierender Film über die als blutrünstig verschrienen Haie des Great-Barrier-Riffs, und „Die Rückkehr der Seehunde“ über die Aufzuchtstation Friedrichskoog an der Westküste.

Im Spielfilm „Freistatt“ am 23. März von Marc Brummund geht es ins Deutschland der 68er-Jahre. Der 14-jährige Wolfgang wird von seiner Familie in die kirchliche Fürsorgeanstalt Freistatt abgeschoben und erlebt dort militärischen Drill, Einsamkeit und Arbeitseinsätze im Moor. Im letzten Film „Das verschwundene M“ am 26. April dokumentiert Maria Hemmleb die Geschichte ihres Bruders Lukas, der mit 14 Jahren von zu Hause auszog, zum Theater kam und jetzt ein international gefragter Opern- und Theaterregisseur ist. Die Filmemacherin beschreibt sein Leben mit Hilfe von Kindheitserinnerungen.

Bei der Kinobühne sitzen die Besucher auf der Bühne des Theaters in der Stadthalle mit Blick zum Zuschauerraum. Gezeigt werden die Filme jeweils um 17.30 Uhr (Einlass 17 Uhr) und um 20 Uhr (Einlass 19.45 Uhr). Bewährt hat sich auch der gesplittete Vorverkauf. Für die ersten drei Filme gibt es ab Montag, 2. November, Karten für drei Euro beim Kulturbüro, Kleinflecken 26, Tel. 942-3316. Für die letzten drei Filme gibt es Karten ab dem 25. Januar 2016.

Auch in der neuen Saison wird die Kinobühne vom Holsteinischen Courier präsentiert.

 

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen