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Holsteinischer Courier

20. August 2017 | 06:46 Uhr

Kinobühne : Kulleraugen und Killer-Image

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Zwei prämierte Filme vom Internationalen Naturfilmfestival „Green Screen“ aus Eckernförde waren im Theater zu sehen.

Neumünster | Wann erachten wir Tiere als schützenswert? An dieser Frage kam am Dienstagabend niemand der 100 Besucher auf der ausverkauften Kinobühne im Theater in der Stadthalle vorbei. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe präsentierte das Naturfilmfestival „Green Screen“ zwei preisgekrönte Dokumentarfilme.

Die australische Produktion „Shark Girl“ wurde 2015 als bester Meeresfilm ausgezeichnet, der deutsche Film „Die Rückkehr der Seehunde“ siegte in der Kategorie „Wildes Schleswig-Holstein“. Beide Dokumentationen widmen sich dem Artenschutz und könnten kaum unterschiedlicher sein.

In seinem Naturfilm beschreibt Autor und Regisseur Torsten Mehltretter die Ursachen und Auswirkungen der Rückkehr von Seehunden ins norddeutsche Wattenmeer. Im Staupe-Jahr 1988 und danach kam es zu einem massenhaften Seehundsterben an der Nordseeküste. Das öffentliche Interesse war geweckt, die mit Förder- und Spendengeldern finanzierte Seehundstation Friedrichskoog wurde 1991 ausgebaut. Seither werden hier Heuler aufgepäppelt und anschließend ausgewildert.

In der Hochsaison sammeln die Mitarbeiter heute 20 Tiere am Tag ein, sehr zur Freude der Touristen. Fahrten zu den Seehundbänken sind beliebt. Die niedlichen Tiere mit den dunklen Knopfaugen sind längst zu einem wichtigen Faktor für die Tourismusbranche geworden. Kritik kommt von Umweltschützern und Fischern: „Die Population wächst in jedem Jahr. Hier hilft der Mensch einer Tierart, die schon lange keine Hilfe mehr braucht“, meinen die Kritiker. Die Büsumer Wildtierforscherin Prof. Dr. Ursula Siebert warnt sogar vor einer erneuten Staupe-Epidemie: „Für einen gesunden Bestand müssen die Menschen die Tiere in Ruhe lassen“.

Auf Schutz als Zugeständnis an die hübschen Kulleraugen können Haie am australischen Great Barrier Reef dagegen nicht hoffen, wohl aber auf das große Engagement einer einzelnen jungen Frau. Seit ihrem 14. Lebensjahr setzt sich „Shark Girl“ Madison Stewart für die von der Jagd bedrohten Meeresbewohner ein. Regisseurin Gisela Kaufmann begleitete Madison Stewart für ihren Film während Aufklärungskampagnen in Australien, zu Hai-Schützern nach Palau und in die Unterwasserwelt der Haie am Riff. Entstanden sind faszinierende Aufnahmen, die mit dem Mythos Hai als blutrünstiger Bestie gründlich aufräumen. Beim Publikum kamen beide Filme gut an.

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erstellt am 25.Feb.2016 | 10:00 Uhr

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