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Jugendbegegnungsstätte Lenste : KSV verliert den DFB als Ferienkunden

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jugendbegegnungsstätte in Lenste muss mit 4 000 Gästen weniger rechnen. Der Einnahmeverlust geht zu Lasten der Investitionen

Seit 1993 war die DFB-Stiftung Egidius Braun ein gern gesehener (und zahlungskräftiger) Gast in der Jugendbegegnungsstätte des Kreissportverbands in Lensterstrand an der Ostsee. Aber in diesem Jahr wird es keine Fußball-Ferienfreizeiten in Grömitz mehr geben. Der KSV büßt damit auf einen Schlag rund 4 000 fest eingeplante Übernachtungsgäste ein.

Bei zuletzt 24 000 Übernachtungen im Jahr macht das ein Minus von gut 16 Prozent aus. „Das ist ein harter Schlag ins Kontor“, sagte der KSV-Geschäftsführer Manfred Utech und bekannte: „Die Absage des Deutschen Fußball-Bundes hat uns unvorbereitet getroffen.“ Anfang Dezember trudelte das Schreiben der nach dem früheren DFB-Präsidenten benannten Stiftung in der KSV-Geschäftsstelle ein. Die Planungen für die Saison liefen da natürlich bereits. „Die Termine für 2014 standen sogar schon 2012“, sagte Lenste-Leiter Torsten Höppner vom KSV.

Von der Egidius-Braun-Stiftung war gestern keine Stellungnahme zu bekommen. Jörn Felchner, Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbands, kennt aber die Hintergründe: Die Einnahmen aus einem alle zwei Jahre stattfindenden Benefiz-Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft werden künftig anders auf die Fußball-Stiftungen verteilt. Dass nun ausgerechnet Lenste als Geburtsstätte der DFB-Fußball-Freizeiten gestrichen wurde, bedauert Felchner. Aus Verbands-Sicht sei die Entscheidung aber tragfähig, da an der Zahl der Maßnahmen nichts geändert werde. Sie finden im Norden allerdings nur noch im Uwe-Seeler-Fußballpark in Bad Malente statt.

Für den KSV-Geschäftsführer ist die Entscheidung dagegen unverständlich. Der DFB gebe Millionen für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien aus (Stichwort: „WM-Quartier im Nobelhotel unter Palmen“) und spare andererseits beim Nachwuchs. Mit den Fußball-Ferienfreizeiten seien gerade Kinder aus nicht so betuchten Familien gefördert worden, so Utech zum Courier.

Auch die KSV-Vorsitzende Ute Freund ist verärgert über die kurzfristige Absage. „Dieser gravierende Einnahmeverlust geht natürlich zu Lasten der Investitionen in die nötige Modernisierung“, sagte sie. Das werde die Jugendbegegnungsstätte aber nicht in existenzielle Nöte bringen, betonte Utech: „Wir werden kein Defizit einfahren.“ So weit dürfe man es schon aus satzungrechtlichen Gründen nicht kommen lassen.

Der KSV verzeichnet in Lenste allerdings seit Jahren rückläufige Übernachtungszahlen. Sie sanken von 33 000 im Boom-Jahr 2001 auf zuletzt 24 000 – nicht zuletzt auch wegen der verdichteten Sommerferienzeiten in Deutschland. Einen Ausweg sehen Ute Freund und Manfred Utech in einer besseren Ausnutzung der Vor- und Nachsaison. „Wir müssen jetzt verstärkt um neue Besuchergruppen werben. Das ist in der Kürze der Zeit aber sehr schwierig“, sagte Utech. Als „zartes Pflänzchen“ bezeichnete Ute Freund die zuletzt wieder gestiegenen Teilnehmerzahlen aus Neumünster. Für sie sind laut Lenste-Satzung 50 Prozent der Plätze vorgehalten. Doch diese Quote wurde bisher noch nie ausgeschöpft.

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erstellt am 07.Jan.2014 | 07:00 Uhr

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