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Finanzierungsstreit : KSV: Spielraum für Einsparungen ist ausgeschöpft

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Kreissportverband stellt sich auf Kraftprobe mit der Stadt ein.

Neumünster | Im Vorfeld hatte vieles auf eine Zerreißprobe für den Kreissportverband (KSV) gedeutet. Doch beim außerordentlichen Verbandstag am Freitagabend beim SC Gut Heil kam es ganz anders: Die Sportvereine sprechen nun doch fast mit einer Stimme – und werfen der Stadt quasi den Fehdehandschuh hin.

100 000 Euro pro Jahr ab 2015 fordern Politik und Verwaltung als Beitrag des organisierten Sports zur Haushaltskonsolidierung. Doch das ist nicht zu leisten, lautete jetzt nach hitziger Debatte die Botschaft der Delegierten. Mit 55 zu vier Stimmen votierten sie am Wochenende für einen spontan formulierten Antrag, der den Konsolidierungsbeitrag des Sports auf 75 000 Euro beziffert. Weitere Beträge (bis 100 000 Euro) werden in Aussicht gestellt, aber nur, soweit sie sich durch die Umsetzung des Sportentwicklungsplans ergeben.

Mit diesem klaren Votum waren zwei weitere Anträge vom Tisch, die die Deckungslücke entweder durch einen pauschalen „Sportkonsoli“ oder weitere Einsparungen bei den Investitionskostenzuschüssen für die Vereine schließen wollten (der Courier berichtete).

„Ich freue mich, dass Ihr alle auf Krawall gebürstet seid und sagt: Es reicht“, sagte die KSV-Vorsitzende Ute Freund nach intensiven Gesprächen mit den Vertretern beider Positionen in einer Sitzungspause.

Der Stimmungsumschwung hatte sich früh angedeutet. Schon Landessportverbandsvizepräsident Heinz Jacobsen hatte der Stadt in seinem Grußwort ein „Armutszeugnis“ ausgestellt und Neumünster als heißen Anwärter auf den Titel „sportunfreundlichste Stadt in Schleswig-Holstein“ bezeichnet.

Für Blau-Weiß Wittorfs Vorsitzenden Ingo Sellmer hat der Sport in Neumünster „keine Lobby. Wir stoßen an Grenzen, die wir nicht überspringen können. Es gibt keine Sparpotenziale mehr“.

Wittorfs Delegierter Heiner Reß fragte gar: „Wieso müssen wir uns eigentlich selbst amputieren?“ Bernd Lohse, Vorsitzender des Polizei-SV: „Auch ich habe die Faust in der Tasche. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Anneke Schulz-Hildebrandt (TSV 05) nannte den die Politik beschämenden Charakter des „Sportkonsoli“ charmant („wir sammeln wie Bettler“), machte aber klar: „Wir reizen das jetzt aus.“

Wie sich das Votum des KSV-Verbandstags auf die Verhandlungen über eine Fortschreibung des zum Jahresende auslaufenden Sportfördervertrags auswirken wird, ist noch völlig offen. Dass wegen eines Disputs um 25 000 Euro nun Hallenbenutzungsgebühren drohen, fürchtet Ute Freund nicht: „Wenn die Stadt sportpolitisch mit uns Schlitten fahren will, dann kommen wir wieder zusammen.“



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erstellt am 13.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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