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Unternehmensverband : Kritik am Land, Lob für die Stadt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Steuerzahler-Präsident Dr. Aloys Altmann fand beim Unternehmensverband klare Worte zur aktuellen Haushaltspolitik

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Neumünster | Sei es die Forderung nach einer Verwaltungs- und Gebietsreform oder die Kritik an der Ausgabenpolitik der öffentlichen Hand – in nahezu allen Punkten liegen Dr. Aloys Altmann vom Bund der Steuerzahler und die Wirtschaft in Mittelholstein auf einer Wellenlänge. Altmann sprach jetzt als Gastredner auf der Mitgliederversammlung des Unternehmensverbands Mittelholstein (UVM) und fand wie der wiedergewählte UVM-Vorsitzende Jens van der Walle deutliche Worte.

Noch stehe die Wirtschaft auf einer recht soliden Basis, sagte van der Walle. Er kritisierte aber politische Unsicherheiten wie den Mindestlohn, die Rente mit 63, die hohe Grunderwerbssteuer im Norden oder das Tariftreue- und Vergaberecht. „Mittelstandsfreundliche Politik sieht anders aus“, so van der Walle. Die Wirtschaft schaffe Arbeits- und Ausbildungsstellen auch für die vielen Flüchtlinge und Migranten, dürfe deshalb aber nicht mit weiteren Belastungen überzogen werden.

Schleswig-Holstein lebt seiner Meinung nach seit Jahren über seine Verhältnisse und hat „kein Einnahme-, sondern ein Ausgaben-Problem“, so van der Walle. Man müsse aufpassen, dass das Land nicht in einen reichen Süden und einen armen Norden geteilt werde. „Dass man etwas bewegen kann, wenn man will, zeigt Neumünster“, sagte der UVM-Vorsitzende. Die Stadt habe es als Mitglied der Metropolregion Hamburg und unter OB Dr. Olaf Tauras geschafft, „sich vom Schlusslicht zum führenden Player in der kommunalen Landschaft zu entwickeln“. Öffentliche und privaten Investitionen, das DOC, die Holsten-Galerie – all das zeige Spuren auf dem Arbeitsmarkt und mache positive Schlagzeilen.

Altmann, der vor seinem Ehrenamt beim Steuerzahlerbund Präsident des Landesrechnungshofs war, griff die zugespielten Bälle gerne auf. Schleswig-Holstein nannte er „die organisierte Mittelmäßigkeit. Wir sind sehr großzügig beim Ausgeben von Geld und haben relativ wenig Einnahmemöglichkeiten“. Die Folge seien zu geringe Investitionen.

Den rund 70 Zuhörern im Hotel Prisma schrieb Altmann seine Vorschläge ins Stammbuch: „Mut zum Gestalten, statt nur zu verwalten, Geld erwirtschaften, statt es nur zu verteilen und Mut zu Wahrheit und Klarheit.“ Den Zustand des Landeshaushalts nannte Altmann angesichts des Schuldenstands von 30 Milliarden Euro katastrophal. Viele Kommunen seien dagegen fast schuldenfrei. Dass die kreisfreien Städte Riesen-Haushaltsprobleme haben, liege am Ausgeben. „Aber das akzeptieren Politiker meist nicht. Es ist sehr schwer, eine Aufgabenkritik zu machen“, so Altmann. Das Land habe zurzeit Glück, denn die Steuereinnahmen sprudelten wie nie zuvor, der Schuldenberg koste durch Niedrig-Zinsen jetzt weniger. „Dieses Wohlfühlverhalten legt sich wie Mehltau über das Land“, so Altmann.

Van der Walle und Michel führen den Unternehmensverband

Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung des Unternehmensverbands Mittelholstein (UVM)  im Hotel Prisma haben die Vertreter der Mitgliedsfirmen Jens van der Walle, den Geschäftsführer der Firma Werner Vollert Entsorgung in Büdelsdorf, erneut zum Vorsitzenden gewählt. Als stellvertretender Vorsitzender wurde Ulf Michel bestätigt, Chef der Michel Bau in Neumünster.

Für die Amtsperiode von 2016 bis 2018 wählte die Versammlung folgende weitere Vorstandsmitglieder aus Neumünster: Thomas Beeker (Danfoss Power Solutions), Carsten Koch (Edeka Handelsgesellschaft Nord), Philipp Rolle (Transcoject). Aus Rendsburg wurden Jörn Matthies (Matthies Druckguss), Walter Preuß (Sanitäts-Bedarf), Bernhard Scheil (F. Erich GmbH) und Wolfgang Storm (Joh. Storm GmbH) gewählt, aus dem Kreisgebiet Uwe Zeyn (PV Carlsen & Lamich). Weitere Personalie: Mit Wirkung zum 1. Juni wurde Bianka Lohmann zur künftigen Leiterin der Geschäftsstelle  in Neumünster gewählt. Die Rechtsanwältin soll Dr. Martina Tambert-Thomas nachfolgen, die im Herbst in den Ruhestand geht. Der UVM ist durch zahlreiche Neuaufnahmen mit 480 Betrieben der stärkste Regionalverband im UV Nord.

 
 

 

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