Tunesien und Griechenland : Krisen verunsichern die Urlauber

Imke Kaiser und Ralph Godbersen vom First Reisebüro an der Wittorfer Straße halten Kontakt zu den großen Reiseveranstaltern, um sich über die aktuelle Situation in Tunesien und Griechenland zu informieren.
1 von 2
Imke Kaiser und Ralph Godbersen vom First Reisebüro an der Wittorfer Straße halten Kontakt zu den großen Reiseveranstaltern, um sich über die aktuelle Situation in Tunesien und Griechenland zu informieren.

Einige Kunden haben ihre Tunesien-Reise bereits umgebucht. Die Situation in Griechenland sorgt für Nachfragen in Reisebüros.

von
01. Juli 2015, 08:00 Uhr

Neumünster | Der Terroranschlag im tunesischen Sousse mit 39 Toten und die Griechenland-Krise haben auch Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Neumünsteraner. In den Reisebüros mehren sich die Anrufe verunsicherter Kunden, einige weichen komplett auf andere Urlaubsziele aus.

„Wir hatten in den letzten Tagen sieben Kunden, die ihren Tunesien-Urlaub umgebucht haben“, berichtet Heinke Föh vom Reisebüro Zabel im Famila-Markt am Haart. „Da das Land zu den günstigeren Reisezielen zählt, ist es manchmal wirklich eine Herausforderung, ein alternatives Angebot in gleicher Preisklasse zu finden“, sagt die Reiseverkehrskauffrau. Im Fall Griechenland habe es bislang weder Umbuchungen noch Stornierungen gegeben. Auch eine sinkende Nachfrage ist laut Heinke Föh derzeit nicht spürbar.

Im First-Reisebüro an der Wittorfer Straße haben bislang zwei Kunden ihre geplante Tunesien-Reise umgebucht und weichen nun auf die Kanarischen Inseln aus. Eine Entscheidung, die Geschäftsführer Ralph Godbersen nachvollziehen kann: „Auch wenn es für das Land sehr bedauerlich ist, kann ich verstehen, wenn die Kunden ein schlechtes Gefühl haben und sich gegen eine Tunesien-Reise entscheiden. In diesem Fall finden wir eine Alternative.“ Rund eine Handvoll Anfragen haben Godbersen und seine Mitarbeiter in den vergangenen Tagen von Kunden erhalten, die eine Griechenland-Reise gebucht haben. „Die Kunden wollen in erster Linie wissen, wie es vor Ort mit der Versorgung aussieht, ob ihr Transfer gewährleistet ist und ob sie mehr Bargeld mitnehmen müssen“, sagt Godbersen. Er und sein Team halten stetigen Kontakt zu den Reiseveranstaltern, um sich über die Lage vor Ort zu informieren: „Aktuell gibt es dort keine Probleme.“ Obwohl die Zahlung mit EC- und Kreditkarte generell möglich sei, empfiehlt der Reisefachmann, genügend Bargeld mitzunehmen.

Das ist ein Tipp, den auch Britta Steffen vom Reisebüro Derpart allen Griechenland-Urlaubern gibt: „Man sollte jedoch nie mit dem gesamten Geld durch die Gegend laufen, sondern nur das Nötigste mitnehmen und den Rest sicher verwahren, beispielsweise im Hotel-Safe. Ratsam ist auch, das Geld zu verteilen und nicht alles an einer Stelle zu behalten.“ Stornierungen oder Umbuchungen hat das Reisebüro an der Kaiserstraße bislang nicht zu verzeichnen, weder bei Griechenland noch bei Tunesien. „Wir stellen aber fest, dass besonders bei Griechenland-Urlaubern die Verunsicherung groß ist. Wir erhalten momentan vermehrt Anfragen von Kunden, die wissen wollen, wie sie sich vor Ort verhalten sollen und ob ihr Urlaub gesichert ist. Wir gehen davon aus, dass alles so ausgeführt wird, wie es gebucht wurde“, sagt Britta Steffen, die bislang in punkto Nachfrage keinen Rückgang verzeichnet.

Anders sieht es bei „Orient Reisen“ an der Christianstraße aus. „In den vergangenen zwei Wochen ist die Nachfrage nach Griechenland-Reisen zurückgegangen. Viele Kunden sagen, dass ihnen die Lage dort zu ungewiss sei. Wir bekommen diesbezüglich auch einige Anrufe“, berichtet Inhaber Metin Tan. Von Reisen nach Griechenland rät er jedoch ebenso wenig ab wie Fatma Tan vom Reisebüro City Reisen am Großflecken: „Diese Länder bekommen massive Probleme, wenn der Tourismus fehlt.“

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen