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Polizeibericht : Kripo stößt auf Mauer des Schweigens

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach der brutalen Messerstecherei unter Osteuropäern sucht die Polizei dringend Zeugen. Die Verletzten sind außer Lebensgefahr.

von
erstellt am 04.Apr.2017 | 08:00 Uhr

Neumünster | Die brutale Auseinandersetzung mit vier zum Teil erheblich Verletzten auf dem Parkplatz am Tierpark an der Geerdtsstraße gibt der Polizei immer noch Rätsel auf. Mittlerweile scheint jedoch das Motiv klar: Es ging offenbar um Geldforderungen. Die Ermittlungen dauern an.

Gegen 21 Uhr trafen sich laut Polizei sieben Osteuropäer, die alle in Neumünster und der näheren Umgebung wohnen, auf dem dunklen, einsam gelegenen Gelände. Dort gerieten die Männer in Streit. Die Auseinandersetzung eskalierte, es wurden Messer gezogen, möglicherweise prügelten sie auch mit harten Gegenständen aufeinander ein. Wenig später blieben vier Männer im Alter zwischen 33 und 39 Jahren zum Teil lebensgefährlich verletzt und blutüberströmt neben einem schwarzen Mercedes-Benz V-Klasse liegen. Drei von ihnen hatten offenbar erhebliche Stiche und Schnitte im Bein, Bauch- und Kopfbereich. Sie wurden sofort von Notärzten versorgt und ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus, die Uniklinik und das Städtische Krankenhaus nach Kiel sowie in eine Klinik nach Itzehoe gefahren (der Courier berichtete).

Parallel begann die Kriminalpolizei unterstützt von Kollegen aus Lübeck mit einer aufwändigen Spurensicherung. Der finstere Parkplatz wurde stundenlang von der Berufsfeuerwehr und dem technischen Hilfswerk aufgeleuchtet. Jedes Beweisstück wurde akribisch gesichtet, dokumentiert und sichergestellt.

Erste Ermittlungen führten im Rahmen einer Fahndung schließlich zu zwei Männern (31 und 37). Sie wurden vorläufig festgenommen. „Doch der Tatverdacht konnte nicht erhärtet werden“, sagte Polizeisprecher Sönke Hinrichs. Schließlich mussten die Ermittler beide wieder laufen lassen.

Noch in der Nacht zu Sonnabend stellte sich ein dritter Mann, ein Neumünsteraner (31), nach Rücksprache mit seinem Anwalt der Polizei. „Da die Umstände seiner Beteiligung unklar sind, wurde er ebenfalls wieder entlassen“, so der Sprecher. Aus dem Visier der Ermittler sind die drei jedoch noch nicht, heiß es.

Das Problem für die Polizei: Alle Beteiligten machen den Beamten gegenüber keine konkreten Angaben. Deshalb ist der genaue Hergang des blutigen Streits weiter unklar. Die Polizei sucht deshalb Zeugen, die sich unter Tel. 9450 melden sollten. Besonders interessiert ist die Kripo an Informationen über Fahrzeuge und Personen, die am Freitagabend in der Nähe des Parkplatzes am Tierpark beobachtet wurden.

Die Verletzten sind mittlerweile auf dem Weg der Besserung. Akute Lebensgefahr besteht nicht mehr. Ein 35-Jähriger konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen.

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